Die John Kender-Diät ist eine hierzulande eher weniger bekannte Methode, gegen Trich anzugehen. Die Diät ist bei Trich-Betroffenen in Amerika weiter verbreitet und wird dort auch im Internet auf Trichseiten erwähnt. Da diese Diät noch wenig bekannt ist, hab ich mir überlegt, die Informationen zu übersetzen und sie Euch so zugänglicher zu machen. Ist doch auch bequemer, sie nicht erst selbst übersetzen zu müssen, oder?
John Kender ist ein ehemaliger Trich-Betroffener. Er hat eine Diät entwickelt, welche ihn bis zum heutigen Tag von dieser Krankheit befreit hat. Er ist Professor der Computerwissenschaften an der Columbia Universität in New York. Trichotillomanie begann bei ihm im Alter von 13 Jahren.
Die Diät ist weder wissentlich getestet noch eindeutig bewiesen - aber das bedeutet keinesfalls, dass sie niemandem geholfen hat; viele Trich-Betroffene haben sie probiert und vielen von ihnen hat sie auch geholfen. Es ist kein Versprechen, welches die Erfolgsberichte darstellen; aber es ist eine Erfahrung die man machen kann und man sollte die Diät einfach mal ausprobieren.
John Kender empfiehlt natürlich, seine ganz eigene Diät zu finden und herumzuexperimentieren, was man besser verträgt und was nicht - viel Schlimmes kann dabei wirklich nicht passieren.
John Kenders Hypothese geht von einer allergischen Reaktion gegen den Hefepilz Malassezia sp. aus, der in der Haut und den Organen jedes Menschen vorhanden ist - für Menschen, die nicht an Trich leiden, ist das kein Problem - aber Menschen mit Trich reagieren oft "allergisch" auf diesen Pilz mit Juckreiz und Hautirritationen. Dieser Hefepilz ist seiner Ansicht nach praktisch dafür verantwortlich, dass wir den Drang verspüren, uns an die Haare zu gehen.
John Kender selbst sieht in seiner Diät eine sehr geeignete Methode, das Reißen zu unterdrücken. Er macht den Vergleich mit einer Allergie, denn die Allergie ist zwar genetisch festgelegt, aber sie lässt sich um einiges mindern, indem man die Auslöser vermeidet, z. B. spezielle Nahrungsmittel.
Die Diät beinhaltet die Idee, sich die "schlechten Nahrungsmittel", die "Bad Foods" abzugewöhnen und den Speiseplan neu zu gestalten, nämlich mit den "Good Foods"; nach John Kender lassen bestimmte Nahrungsmittel diesen Hefepilz Malassezia im Körper wachsen. Die "good foods" verhindern das Wachstum des Pilzes. Die schlechten Nahrungsmittel verursachen eine Verschlimmerung des Reißens 1-2 Tage nach der Verdauung der schlechten Nahrungsmittel. Der verschlimmerte Zustand hält 3 oder 4 Tage an und braucht im Durchschnitt eine Woche, um wieder zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Zucker hat - als die Ausnahme - eine viel schnellere Wirkung, weniger als einen halben Tag, aber die Wirkung klingt auch schneller wieder ab, durchschnittlich 2 Tage später. Man braucht ungefähr einen Monat Abstinenz der schlechten Nahrungsmittel, um die volle Wirkung dieser Diät zu erfahren. Es braucht also ein gewisses Maß an Geduld, bis die Symptome verschwinden.
Die guten Nahrungsmittel haben einen äußerst positiven Effekt auf die Laune und die Selbstkontrolle innerhalb von einem halben Tag, aber die Wirkung lässt, sofern die Diät nicht fortgeführt wird, nach einem Tag wieder nach. Es wurde auch die positive Wirkung von Joghurt beobachtet; dieser, so stellte sich heraus, hat im Allgemeinen eine länger anhaltende Wirkung; ungefähr 3 Tage. Leider aber sind die "schlechten Nahrungsmittel" in ihrer Wirkung weitaus stärker als die guten.
Es ist sehr wichtig, diese Diät nicht ohne eine ausreichende ärztliche Beratung anzufangen. Die Diät beinhaltet unter Umständen sehr große Einschränkungen in der Wahl der alltäglichen Nahrungsmittel. Wie Vegetarier, die auf Fleisch und damit auf wichtige im Fleisch enthaltene Vitamine und Mineralstoffe verzichten müssen, sollten also auch Leute, die diese Diät versuchen wollen, auf eine ärztliche Beratung nicht verzichten.
Bad Foods: Diese Nahrungsmittel sollten vermieden werden:
- Hülsenfrüchte: Bohnen, Erbsen.
- Erdnüsse, andere Nüsse. Cashewkerne sind okay aber dann bitte nicht in Erdnussöl geröstet.
- Eigelb
- Zucker
- Koffein
- Omega-Fettsäuren: Thunfisch, Lachs und Makrelen; Schalentiere: Shrimps, Krabben, Hummer, Muscheln...etc
- Butter
- Süßkartoffeln
- Sojaprodukte aller Art
- Innereien/Fleisch aus tierischen Organen: Leber, Nieren, ...etc.
- Nutrasweet: Aspartam und alle Varianten
- Rosinen
- Trauben/Wassermelonen
- Tomatensamen (normale Tomaten/Tomatensauce scheint ok zu sein...aber aufpassen!)
Good Foods: Außerdem gibt es durchaus Lebensmittel, die dem Versuch, den Impulsen zu widerstehen, sehr dienlich sind. Dazu gehören:
- Allicine (besonders in Zwiebeln und Knoblauch enthalten)
- Gerbstoffe (Ungesüßter Tee, trockener Rotwein)
- Joghurt (ungesüßt, mit Lebendkulturen besonders effektiv)
- Tropische Früchte (Ananas, Kiwi, Papaya, Guave, Mango)
- Äpfel, Bananen
Am besten lässt man in einer Testphase die schlechten Nahrungsmittel 6 Wochen lang in Ruhe und beobachtet die eigene Reaktion; wenn es funktioniert, lässt das Haareausreißen nach.
Hier ein Test, wie man vielleicht bei sich selbst das Gegenteil beweisen kann. Skeptische Leute können so sehen, ob sie empfindlich auf diese Nahrungsmittel reagieren oder nicht:
Man nehme einen Beutel M&Ms oder sonstige Erdnussprodukte und spüle sie mit einer Flasche purer Zucker-Coca Cola runter. Jetzt müsste sich der Drang zum Reißen innerhalb der nächsten 3 Stunden um einiges verstärken.
Rezepte für diese Diät findet Ihr hier. Das ist nur ein Beispiel für eine Rezeptseite, vielleicht findet Ihr eine bessere, dann bitte einfach melden :)
