Samstag, den 26. Februar 2011 um 00:55 Uhr

Kein Trich mehr! Heilung gefunden!

Sei ca. 28 Jahren leide ich unter Trich. Nun mache ich seit einiger Zeit eine "Miasmatische Hömeopathie" bei einer Heilpraktikerin in Hannover. Seit 4 Monaten habe ich nun kein Trich mehr und tatsächlich Wimpern. Ich kann es immer noch nicht glauben. Der Impuls zu zupfen, auch das unebewusste Zupfen ist verschwunden. Mich im Spiegel anzugucken ist, als wäre da ein anderer Mensch, als ich. Oft denke ich, das kann nicht sein, ich träume. Und morgen geht alles wieder von vorne los.

Meine Wimpern zu tuschen, dass traue ich mich noch nicht. Habe Angst dadurch wieder Reiz am Augen auszulösen. Ich denke, dass ich erstmal sicherer mit meinem neuen Lebensgefühl werden sollte. Im Rahmen der o.a. Therapie hat sich auch ein anderes gravierendes Problem bei mir gelöst. Und das ganz einfach aus mir heraus, von selbst. Ich bin immer noch sprachlos, und kann es kaum glauben.  Was habe ich schon alles an Therapien getan.

Ich schreibe das hier auf, weil ich hoffe, damit vielleicht Hilfe zu leisten, denn ich selbst habe phasenweise in meinem Leben keinen größeren Wunsch gehabt, als endlich wirklich Hilfe zu finden und einen echt erfolgreichen Tip zu bekommen.
Diese Therapieform ist trotz allem für mich auch sehr anstrengend. Für meinen Körper und meine begleitenden Gefühle und Gedanken.
Die Miasmatische Hömeopathie gilt wohl als die tiefgreifenste Art, alte Strukturen zu knacken. Sie ist sehr komplex und erfordert wohl vom Heiler tiefes Wissen. Deshalb wird sie wohl nur von wenigen Heilpraktikern ausgeübt.
Wenn ich einem Menschen mit meinem Bericht geholfen habe; dann wäre das schön.

Katrin

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Montag, den 21. Februar 2011 um 15:06 Uhr

Birgits Geschichte

Ich bin Birgit, 24 und reiße seit ca. 10 Jahre, so genau weiß ich das nicht.

Zu ersten Mal ist es mir aufgefallen, als ich für´s Abi gelernt habe und plötzlich ein Berg von Haaren neben meinem Schreibtisch lag. Ich wußte auch nicht, daß es sich um eine Krankheit (ich benutze dieses Wort nicht gerne) handelt, bis ich einen Beitrag in der "Brigitte" gelesen habe. (An anderer Stelle, ich glaube, es war in der "Amica" wurde dann das Ganze wieder heruntergespielt und ich war völlig verunsichert.)

Ich reiße hauptsächlich in Streßsituationen, vor Klausuren z.B., oder aus Langeweile (?), z.B., wenn ich länger Auto fahren muß. Das hat aber glaube ich auch immer was mit dem Zweck der Autofahrt zu tun.

Meine Familie weiß nichts davon, man kann es auch eigentlich nicht sehen, meine Mutter hat nur ein paar Mal Andeutungen gemacht, ist aber auch schon länger her. Zum ersten Mal habe ich es vor einigen Wochen meinem Freund erzählt, sonst habe ich noch mit niemandem gesprochen. Ich weiß auch nicht, ob ich das jemals tun will, ich habe Angst, daß es sich hochschaukelt. Das Gespräch mit ihm hat kurzfristig Erleichterung gebracht, aber ich hatte mehr erwartet. So, jetzt habe ich darüber gesprochen und jetzt kann ich aufhören." So oder so ähnlich.

Mich nervt es, daß ich nicht aufhören kann, aber es gibt ja auch Phasen, in denen ich tagelang nicht reiße. Ich frage mich, ob ich eine mangelnde Selbstbeherrschung habe. Ich weiß ja, in welchen Situationen ich nicht reiße (z.B. bei körperlicher Aktivität, hat schon mal jemand versucht, sich beim Fahrradfahren oder Schwimen Haare auszureißen?). Aber manchmal läßt es sich eben nicht vermeiden, daß man herumsitzt (z.B. beim Lernen oder in Vorlesungen oder Familienfeiern oder...)

Das ist auch die einzige Lösung, die ich im Moment kenne: AKTIVITÄT! Und bei Wimpernreißern: WIMPERNTUSCHE! Nur bei Brauen- und Kopfhaarreißern ist mir noch nicht sonderlich viel eingefallen. Vielleicht abrasieren, aber das kann es ja auch nicht sein.

Vielen Dank schon mal, ich wollte schon seit langer Zeit schreiben, das tut irgendwie doch ganz gut.
Birgit



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Montag, den 21. Februar 2011 um 15:06 Uhr

Annettes Geschichte

Hallo, ich bin Anette, ich bin 37 Jahre alt und habe / hatte Trichophagie.

Es tut so gut, dieses Wort endlich zu kennen - jahrzehntelang wußte ich nicht, worunter ich leide, das Phänomen hatte keinen Namen, und ich war deshalb damit ganz allein. Ich dachte wirklich, sowas Verrücktes macht sonst keiner außer mir... Deshalb bin ich sehr froh, dem Ding endlich einen Namen geben zu können !

Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, wann es losging - aber ich glaube, es war so mit 13 oder 14 Jahren. Zu dieser Zeit haben ich meine Eltern gerade scheiden lassen. Es gab zwar keine offenen Streits, aber ich war immer auf mich allein gestellt, niemand hat sich um mich und meine Probleme gekümmert. Ich war ein gutes Kind, wenn ich die Klappe hielt, keinen Ärger machte und aus dem Weg war. Und das ist eigentlich in meiner gesamten Kindheit so gewesen.

Seit ich mich erinnern kann, habe ich meine Fingernägel abgekaut, bis sie fast blutig waren. Mit etwa 13 Jahren begann ich, unkontrolliert viel zu essen und auch zuviel Alkohol zu trinken. Irgendwann während dieser Zeit fing ich an, meine Haare am Hinterkopf auszureißen (bevorzugt waren besonders dicke und drahtige Exemplare mit dicken Wurzeln, die sich mit einem bestimmten energischen "Plopp" ausreißen ließen, wo ich spüren konnte, wie sich die Haarwurzel löste, ein ganz spezielles Gefühl auf der Kopfhaut...). Am liebsten waren mir die Bereiche hinter den Ohren und am Scheitel, da fühlte es sich besonders gut an. Die ausgerissenen Haare zog ich durch die Lippen, befühlte sie und aß sie dann KOMPLETT auf, indem ich sie Stück für Stück zwischen den Schneidezähnen wegknabberte. In manchen Phasen, wenn ich gerade versuchte, der Drang zu beherrschen, habe ich sogar Haare aus der Haarbürste herausgezogen und aufgegessen... ganz schön schräg. Ich habe zum Glück nie Magenprobleme deswegen bekommen.
Zeitweise sah ich aus wie ein gerupftes Huhn mit viel zu dünnen Haaren, ich schämte mich auch sehr deswegen und konnte mit niemandem richtig darüber reden. Aber es war zum Glück nie so schlimm, daß ein Außenstehender mißtrauisch geworden ist und mich darauf angesprochen hat. Hinter den Ohren gab es damals total kahle Stellen (am Scheitel wars hart an der Grenze), aber sie wurden immer noch gerade so durch meine halblangen Resthaare verdeckt.

Irgendwie paßte das alles zu meinem allgemeinen Lebensgefühl... ich muß mein wahres Ich verstecken, ein Leben im Geheimen führen, denn wenn jemand merkt, wie ich wirklich bin, werde ich der Lächerlichkeit preisgegeben, und total verboten bin ich noch dazu, weil ich nicht so bin, wie man mich haben möchte. Ich versuche so zu tun, als wenn ich so bin, wie es erwünscht ist - aber in Wirklichkeit bin ich ganz anders. Das darf aber niemand jemals merken, denn die anderen würden denken, daß ich schlecht und lächerlich bin. Ich selbst weiß, daß das nicht so ist - aber ich zähle nicht. Also verstelle und verstecke ich mich lieber. Das klingt vielleicht übertrieben... aber genauso war es.

Das Haareausreißen fand immer in Phasen statt - immer, wenn ich gerade verliebt war und / oder es meinem Selbstwertgefühl deswegen besser ging, verschwand es sofort. Eine sehr schlimme Phase gab es, als ich etwa 19 Jahre alt war. Ich habe zu dieser Zeit eine Gesprächstherapie begonnen, um dem Fingernägelkauen und dem Haareausreißen auf den Grund zu gehen, außerdem habe ich zu dieser Zeit auch noch Bulimie im Anfangsstadium gehabt und ständig den Finger in den Hals gesteckt.
Bei dieser ersten Therapie ist gar nichts herausgekommen, von Trichophagie hatte man damals (ca. 1984) anscheinend noch nie etwas gehört. Irgendwann fragte mich die Therapeutin ganz direkt: "Kann es sein, daß Sie Ihre Mutter hassen ?" Ich habe das damals entsetzt verneint - heute weiß ich, daß dieser Ansatz richtig war. Ich lernte dann einen neuen Freund kennen, die Symptome verschwanden schlagartig, und ich brach die Therapie ab.

In den darauffolgenden Jahren gab es ab und zu einen Anfall. Ich fing wieder mit dem Haareausreißen an, sah ein paar Monate später die kahlen Stellen in irgendeinem Spiegel (meistens waren es Umkleidekabinen), und aufgrund des Schocks, wie scheußlich es wirklich aussah, schaffte ich es, mich für eine Weile wieder in den Griff zu kriegen.
Nebenbei: Ich habe permanent weiter zuviel geraucht und getrunken und auch meine Fingernägel abgekaut. Ich glaube, ich bin ein nervöser Raucher und trinke unter anderem auch deshalb, um immer ein Glas in der Hand haben zu können und etwas mit meinen Händen zu tun zu haben. Vieles davon kommt von einer inneren Spannung, die dadurch irgendwie erleichtert wird.

Im Lauf der Jahre wurden meine Haare immer kürzer. Ab Ende Zwanzig war ich mehrere Jahre mit einem Mann zusammen, der mich und mein ganzes Wesen völlig unterdrückte. Er nutzte die Tatsache aus, daß ich auf Logik und Vernunft dressiert war - ich war nicht in der Lage, zuzulassen, etwas Unlogisches und Unvernünftiges oder Unperfektes zu tun. Ich mußte immer, in jeder Situation, die einzige und beste Lösungsmöglichkeit finden. Es war eigentlich mein Problem, aber er manipulierte mich aufgrund dieser Eigenschaft und durch meinen Perfektionismus, erfand logische Szenarien, die für mich unlösbar waren, und ich erstarrte völlig, weil ich weder vor noch zurück konnte. Ich war handlungsunfähig, denn es gab keine logische, beste Lösung. Ich war manchmal wie erstarrt, wie festgewachsen, ich konnte mich nicht mehr bewegen, nichts ging mehr, und in meinem Kopf war ein unlösbarer Knoten.
Während dieser Zeit habe ich meine Haare mit einem Barthaarschneider auf etwa 3 Millimeter gekürzt. Diese "Frisur" trug ich etwa genausolange, wie ich mit diesem Mann zusammenwar. Natürlich habe ich keine Haare mehr ausgerissen - wie denn auch - , aber verschwunden war das Problem deshalb noch lange nicht. Nach wie vor Fingernägelkauen, Alkohol, Rauchen. Nervosität. Nicht wissen wohin. Entscheidungsunfähig. Festsitzen. Alles ist zuende. Depression.
Das einzige, was mir in dieser Zeit wirklich geholfen hat, war Sport. Ausdauertraining bis zum Abwinken und Muskelstraffung. Das ist gut fürs Selbstwertgefühl und hilft gegen vieles.

Auch in dieser Phase habe ich eine Gesprächstherapie gemacht, diesmal dauerte sie etwa 2 oder 3 Jahre. Auch diese Therapeutin hatte noch nie etwas von Trich gehört, das war etwa 1996-1999. Ergebnis: größtenteils überflüssig.

Dann veränderte sich alles. Das war im April 1999, ich hatte gerade eine neue Arbeitsstelle angetreten. Ich wollte etwas ändern, endlich aus der Beziehung raus, und ich fing an, meine Haare wachsen zu lassen (der Rest ist eine lange Geschichte...).
Eines Abends vor dem Fernseher auf dem Sofa hatte ich so etwas wie eine Vision - meine Gedanken arbeiteten im Hinterkopf, und plötzlich sah ich mich selbst und mein Leben als ein Puppenhaus mit vielen Etagen. Vielleicht war das doch noch ein nachträglicher Therapieerfolg - ich kanns nicht sagen. In diesem Puppenhaus wanderte überall meine Mutter herum wie ein böser Geist, und ich wußte sofort, daß ich sie da RAUSSCHMEISSEN mußte. Sie war überall und manipuierte ALLES. Ich habe noch kurz überlegt, in welchen Teil des Hauses ich sie verbannen will - aber dann wurde mir klar, daß sie im Keller meine Heizungsanlage manipulieren würde und auf dem Dachboden die Regenrinnen verbiegen... Also beschloß ich, für sie anzubauen, damit sie mir nicht mehr schaden konnte. Ich schmiß sie raus und beförderte sie in einen Anbau, ein ganz eigenes Gebäude. Da ist sie noch heute, und seitdem geht es mir um 300 Prozent besser.
Ich habe seitdem nichts mehr mit ihr zu tun gehabt.

Manchmal sehe ich noch das Bild vor mir, mit dem ich anfangs in die zweite Therapie gegangen bin: Ich sitze auf einer Betonplattform, etwa 3 mal 3 Meter im Quadrat und 50 Zentimeter hoch. Um mich herum ist eine grüne Wiese, mit Blumen und allem was dazugehört, alles so lebendig - aber ich darf die Plattform nicht verlassen, mich nur auf ihr bewegen. All die Regeln und Normen verbieten es mir, hinaus auf die Wiese zu gehen. Meine Mutter verbietet es mir, denn wenn ich auf die Wiese gehe, bin ich kein guter Mensch mehr. Dann habe ich keine Disziplin, bin nicht arbeitsam bis zum Umfallen, bin nicht so, wie sie mich haben will, perfekt, ohne Makel, wie eine Maschine.

Wie ist es jetzt ?

Es ist nicht perfekt, zum Glück. Ich will NIE WIEDER perfekt sein müssen. Ich bin immer noch nervös und trinke mehr, als mir guttut, aber ich kaue seit damals keine Fingernägel mehr - dieses Symptom ist verschwunden ! Ich reiße meine Haare nicht mehr aus, aber ich bin immer noch ständig mit den Händen in den Haaren zugange. Ich habe jetzt ganz langes Haar und ziehe einzelne Strähnen durch die Finger. Wenn ich einen Knoten erwische, entwirre ich ihn, und das leichte Ziehen auf der Kopfhaut empfinde ich immer noch als angenehm. Aber ich reiße nicht mehr - und auch der Drang zum anschließenden Aufknabbern ist (fast) verschwunden.
Ich darf jetzt endlich Fehler machen soviel ich will ! Verrückte Dinge tun, ohne mich deswegen wie ein schlechter Mensch zu fühlen ! Geld für sinnloses Zeug ausgeben ! Auch mal reden, einfach so, ohne vorher zwei Stunden nachzudenken, ob es auch aus allen Blickwinkeln betrachtet richtig ist ! Ich weiß jetzt, daß ich ein prima Mensch bin, auch wenn ich NICHT perfekt bin - oder wahrscheinlich gerade deswegen.

Ich darf einfach ich sein, ohne Furcht. Alles ausprobieren, einfach machen, nicht jeden Kleinkram wochenlang überdenken - und trotzdem ist alles OK, der Himmel fällt mir nicht auf den Kopf, ich werde nicht verhaftet oder an den Pranger gestellt, ich bin immer noch ich, und niemand verachtet mich, niemand lacht mich aus. Im Gegenteil !
Alles wird gut, wenn ich bei mir selbst bin. Just do it.

Dies ist jetzt doch extrem lang geworden - danke an jeden, der bis hierher durchgehalten hat. Vielleicht machts ja ein bißchen Mut. Bitte schreibt mir, wenn ihr möchtet.

Herzliche Grüße an alle
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Montag, den 21. Februar 2011 um 15:05 Uhr

Natea

Hallo!

Dies ist meine Geschichte, die nicht nur von meiner Trich-Erfahrung berichten, sondern euch vielleicht auch ein wenig Hoffnung geben soll, Trich aus eigener Kraft zu besiegen.

Ich litt seit meinem 17. Lebensjahr unter Trich - aber das erste Mal schreibe/rede ich jetzt hier darüber, obwohl Familie/Umfeld ja schon so einiges mitbekommt. Dafür vielen Dank an Steph für diese tolle Homepage! :-) :-) :-)
Mit 17 entdeckte ich das erste Mal beim Duschen, dass ich ein dickes Haar mit Wurzel in der Hand hielt. Es ist mir einfach beim Haarewaschen ausgegangen. Später ertappte ich mich dabei, mir ständig durch meine fülligen, sonst sehr festen und schönen Haare zu fahren, und ständig hielt ich Haare in meinen Händen. Es war eine Art "Prüfen" was darin so hängenbleibt. So fuhr ich mir täglich sehr oft durch die Haare, was sich in Stressituationen allmählich steigerte. Zum Beispiel beim Lernen für eine Klausur zupfte ich ständig daran herum und begann dabei dann auch das "Ausreißen". Ich riss mir die Haare aus!
Und noch schlimmer: ich hatte das Bedürfnis, an den Haarwurzeln herumzukauen. Später dann auch, die Haare zu essen! Schließlich riss ich mir nur die Haare aus, um darauf herumzukauen. Mit 18 zog ich in eine andere Stadt und da dort mein fülliges Haar nicht bekannt war, fiel dieses junge Mädchen mit den etwas lichten Haaren nicht sonderlich auf. Ich wurde nirgendwo auf meine dünnen Haare angesprochen, obwohl ich manchmal schon kahle Stellen hatte, zwar nur sehr kleine, aber immerhin.

Meine Haare trug ich jetzt immer sehr kurz, ich brauchte gar nicht mehr zum Friseur! Durch das Reißen bekam ich eine sehr blöde Kurzhaarfrisur, da ich immer nur die längeren Haare ausriss - zum Glück hatte ich noch nicht die "Technik" drauf, mir ganz kurze Haare herauszureißen. So ging es Jahr um Jahr.

Ich hatte zwar Beziehungen und wurde als allgemein sehr attraktiv angesehen, aber trotzdem kam ich mir ständig unattraktiv vor.
Mit 25 zog ich mich von meiner Außenwelt zurück, hatte etwas Übergewicht und beschloss, nicht mehr als "haarloses Trampel"- ja, so sah ich mich- herumzulaufen! Ich schnitt mir Photos von schönen Frisuren aus Zeitungen heraus und legt mir Ziele fest, sowie optische, als auch seelische und profane berufliche Ziele (Studium wechseln, beenden). Ich schaffte es nach einem Jahr, 10 Kilo abzunehmen und mein Haare reißen & essen auf "nur" den Oberkopf zu beschränken. Zum ersten Mal nach fast 10 Jahren wuchsen meine Haare an den Seiten und hinten, so dass ich sie wieder schneiden musste! Nur oben und am vorderen Kopfbereich wuchsen sie natürlich nicht. Zum einen durch mein Reißen, zum anderen kam es mir so vor, als würden die Haare oben sowieso nicht länger als 5-10 cm! Es war schon komisch und schließlich schnitt ich meine Haare an den Seiten & hinten auch wieder kürzer, denn es sah schon ziemlich blöd aus, wenn es "oben" nicht mitwuchs.
Ich zog dann um, versuchte mein Leben zu ändern und aus dem Reißen wurde eine Art gezieltes "Rupfen" von kürzeren Haaren am Oberkopf- die Haare hinten und an der Seite ließ ich in Ruhe. Manchmal fädelte ich auch ein längeres Haar (aber eben nicht mehr HaarE) um den Finger und riss es ruckartig heraus (das ergibt schöne Haarwurzeln...bitte nicht nachmachen!) Diese Prozedur ist völlig schmerzlos und komischerweise wachsen die Haare immer wieder nach, obwohl sie mit der Wurzel ausgerissen worden ist.

Aber zum Glück besitzen Haare eine genetische Information immer wieder nachzuwachsen, falls man nicht an einer androgenetischen Alopezie (Überempfindlichkeit der Haarwurzel gegenüber Testostoron und dadurch bedingter Haarausfall) oder einer anderen Art des Haarausfalls leidet. Das ist schon sehr beruhigend. Auch epilierte Haare, die man mit der Wurzel ausreißt, wachsen immer wieder nach. Immer.
Ich wollte meine Haare zurück und versuchte, für einige Zeit das Rupfen zu lassen. Und was geschah? Oben tat sich fast nichts! Die Haare verdichteten sich nicht, sie wurden noch nicht einmal länger! Ich beobachtete sogar einzelne Haare.

Nach diversen Arztbesuchen (Hautarzt, Endokrinologe, Haarsprechstunde Uniklinik) stand eine Diagnose fest : Androgenetische Alpezie...angeblich. Vom Trich bemerkte niemand etwas und ich hätte mich auch zu Tode geschämt, etwas davon zu erwähnen! Nur jetzt wollte ich erst Recht meine Haare zurück, obwohl ich diese Diagnose nicht ganz glauben konnte. Ich bekam Ell Cranell (ein Hormon, welches die Überempfindlichkeit von Testostoron herabsetzt) und Regaine 5%. Abwechselnd trage ich es jeden Abend auf. Und ??? MEINE HAARE WACHSEN WIEDER! Hört sich jetzt komisch an, aber ich will mal versuchen, es zu erklären: Minoxidil (Inhaltsstoff von Regaine) ist sehr giftig, so dass ich auf keinen Fall an meinen Finger, geschweige denn im Mund haben will!! Deshalb halte ich nach Auftragen meine Finger von den Haaren fern!! Ich weiß auch nicht, weshalb ich so vernünfig bin... Darüber hinaus stecke ich nach der Behandlung meine Haare aus dem Gesicht, damit keine Strähne ins Gesicht fällt (Regaine kann üble Nebenwirkungen haben : Haare wachsen dort, wo man es aufträgt oder an Hautstellen, mit denen es in Berührung kommt...). Oft ertappe ich mich, in meinen Haaren (aber nur am Oberkopf) leicht an einzelnen Haaren zu reißen, dann greife ich sofort zu meiner Haarspange, denn das erhöht schon die Hemmschwelle.
Auch wer sich oft gedankenlos oder neurotisch getrieben in die Haare greift, sollte das mal ausprobieren! Wenn man dann auf die Spange stößt, muss man sie erstmal entfernen. Bei schweren Trich-Schüben nützt es natürlich wenig, das ist schon klar. Aber manchmal greift man ja zunächst automatisch in die Haare...und dann... :-( :-( :-(

Da ich oft morgens im Bett gerupft habe, ist es durch die Medikamente auf meiner Kopfhaut/in den Haaren inklusive Haarspange schon zu 99% zurückgegangen. Mein Deckhaar vorne/oben wächst. Ich hatte Anfang Juli einen kleinen Rückfall, ich meinte zwar nur an wenigen Tagen ca 10 Haare gerupft zu haben, aber die Haare wurden wieder ein ganz klein wenig lichter und kürzer. Natürlich sieht man immer noch den deutlichen Erfolg. Ich hoffe, dass es bald wieder zugewachsen ist.
Selbst bezeichne ich mich als 99% geheilt. Die langen Haare (seitlich, hinten) habe ich seit 7 Jahren nicht mehr angerührt.

So, das war meine kleine Geschichte. Wer mir schreiben möchte, Fragen oder Anregungen hat, sollte das gerne tun. Ich freue mich sehr! Bin Anfang 30 und wohne in Hamburg.
Vielleicht hat ja auch jemand die Erfahrung gemacht, dass nachwachsende Haare oben/vorne einfach kürzer bleiben, wenn sie nachwachsen? Über Erfahrungsberichte würde ich mich sehr freuen!

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Montag, den 21. Februar 2011 um 15:03 Uhr

Julias Geschichte

Ich habe bereits seit meinem 5. oder 6. Lebensjahr die Krankheit. Mittlerweile bin ich 24 Jahre alt. Bei mir tritt die Tricho sehr sporadisch auf, d. h. das ich jahrelang keine Beschwerden habe uns sie dann auf einmal wiederkommt. Zuletzt hatte ich sie mit 19. Ich bin damlas zu einem Friseur gegangen. Dieser hat mir ein Haarersatzteil an die kranken Haare rangeflochten. Die echten Haare konnten sich darunter erholen und wuchsen wieder nach. Dadurch merkte mein Umfeld dass nicht, so dass es für mich weniger belastend war.

Die Krankenkasse hat die Kosten für die Behandlung übernommen. Mittlerweile sind die Haare wieder nachgewachsen und damit die Versuchung zum reißen nicht so groß ist trage ich die Haare jetzt kurz und benutze Haarspray/lack und frisier sie nach oben. Sobald ich mich dabei ertappe, das ich mir ein Haar rausreiße sage ich mir immer, hör auf damit, das schadet dir und ich sage mir,dass ich schön aussehen will und das das so nicht geht. Hört sich viell! eicht blöd an, aber es funktioniert bei mir.

Und was bei mir funktioniert kann auch bei euch funktionieren!

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Montag, den 21. Februar 2011 um 15:03 Uhr

Annys Geschichte

Bei mir hat es ca. vor 7 Jahren angefangen mit dem Haarausreißen. Vorher war es Fingernägel kauen. Habe es dann anscheinend ersetzt. Woran es liegt, weiß ich nicht.

Ich bin ein ziemliches nervöses Bündel. In meiner, vor kurzem, beendeten Partnerschaft gab es immer sehr viele Spannungen. Er verhielt sich nie so, wie ich es erwartete, war oft unterwegs und hatte seine ganz eigene Vorstellung von einer Partnerschaft. Ich hatte immer Angst etwas Falsches zu tun und wusste nie, wie ich mich verhalten sollte. Und fühlte mich immer mehr minderwertiger und mein Selbstbewusstsein war auf null.

Ich denke um diese Spannungen zu lösen riss ich mir die Haare aus.

Und das tue ich auch noch heute. Meistens, wenn ich fernsehe, nur so da sitze oder auch jetzt, wo ich überlege, was ich schreibe. Ich bevorzuge aber nur die mit der rauen Oberfläche. Ich suche dann den ganzen Kopf ab, um sie zu finden.

Die Kraft es einfach zu lassen, habe ich nicht. Ich habe normalerweise sehr schöne lange lockige Haare aber sie werden immer dünner. Und ich ärgerte mich sehr über mich selbst. Zum Glück merkt man es noch aber wer weiß wie lange noch. Ich habe auch meiner Familie und meiner Freundin davon erzählt. Sie waren sehr verständnisvoll

Vor einer Woche habe ich eine Therapie angefangen. Dort werde ich aufarbeiten, was die Gründe für meinen Zwang sind. Ich hoffe das hilft mir Trich endlich zu besiegen.

Liebe Grüße Anny

 

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Montag, den 21. Februar 2011 um 14:58 Uhr

Laras Geschichte

Hallo! Ich heiße Lara und ich habe auch "Trich".

Ich weiß nicht mehr genau wann es anfing, ich glaube es war mit 18. Jetzt bin ich mittlerweile 21 und habe es immer noch nicht geschafft. Man denkt immer, es wird schon aufhören. Mein Freund hält zu mir, aber er würde es auch besser finden wenn ich es endlich mal lasse. Logisch. Ich ja auch. Ich habe ihn schon davor kennen gelernt. Er ist praktisch damit aufgewachsen. Ich bin froh, das er da ist.

Ich schäme mich dafür, fühle mich aber, wenn ich es tue, genau in dem Moment, sehr befreit. Leider hält die Befreiung nicht sehr lang an, so das ich immer und immer wieder.... Den Mut zum Arzt zu gehen, finde ich nicht. Ich meide von Natur aus gerne Plätze wo viel los ist. Außerdem wohne ich am Arsch der Welt. Ich bezweifle überhaupt das mein Hausarzt weiß was das "Trich" ist.
Ich dachte immer, ich bin sowieso nicht ganz normal weil ich mir Haare rausreisse. Dass es eine anerkannte Krankheit ist, wusste ich nicht, bis zu dem Tag als mir meine Mutter eine Zeitung mitbrachte wo eine Frau (Antonia Peters) ihre Leidensgeschichte erzählte. Die Überschrift war: "Eine Frau im Kampf gegen einen schrecklichen Zwang." Ich habe geweint. Nun kannte ich endlich den Begriff dafür. So begann meine Neugier und Forschung und ich bin auf deiner Seite gelandet.

Vor einem Jahr hatte ich es fast geschafft. Aber es hielt nicht lang an. Vor einer Woche war (ich betone das war) es wieder einmal kurz davor zuzuwachsen. Ich reisse mir die Haare am Hinterkopf raus (Wirbel), vorallem die häßlich gekräuselten. Aber auch manchmal am Pony. Ich kann es noch geradeso verstecken.
Wenn ich meine Haare frisch gewaschen habe, lege ich sie ganz gekonnt übereinander und binde sie zu einem Pferdeschwanz. Das ist schon eine Kunst. Wenn dann die kahle Stelle doch noch im Spiegel durchschimmert, könnt ich kotzen. Ich hasse mich dann abgrundtief, das ich es nicht einfach lassen kann. Meine Eltern haben sich (glaube ich) damit abgefunden. Am Anfang haben Sie mich sehr geschimpft. Ich würde das mit Absicht tun und so. Das tat mir sehr weh. Immer wenn mich meine Mutter ertappte, rief sie ganz laut: "NEIN!" Ich zucke dann zusammen. Für den Moment lies ich es dann auch sein. Aber sobald ich wieder unbeobachtet war...
Meine Mutter sagte mal: "Da müssen wir dir mal Senf oder andere eklige Sachen etc. auf die Finger schmieren, dann wirst du es schon sein lassen." Sie hat es nicht getan (Ich glaube, nicht mal dann würde ich es lassen). Sie will mir helfen, hat aber bedingt durch ihre Arbeit sehr wenig Zeit und sehr viel Stress. Von meinem Vater ganz zu schweigen. Ich setze gern Mützen auf. Ich fühle mich wohl. Mein Vater verbietet es. Ich würde aussehen wie ein Junge, meint er. Ich habe auch schon oft Haushaltshandschuhe aufgesetzt. Das geht sogar für eine gewisse Zeit. Aber ich kann doch nicht nur mit Gummihandschuhen durch die Gegend laufen.

Wenn ich mir Gedanken darüber mache wie es angefangen hat, komme ich auf keinen wirklichen Grund. Schlechte Erfahrungen in Beziehungen hat ja schon jeder mal durchgemacht. Ob das bei mir etwa hängen blieb? Auch habe ich eine angeborene Behinderung. Damit habe ich mich aber längst abgefunden. So zum Ende ein ganz großes Lob an dich Steph! Diese Webseite ist wunderschön. Auf dem Bild mit der Zweitfrisur siehst du echt super aus. Ist das ne Perücke? Wo gibt's sowas?

Ich danke dir dafür das du deine und die anderen ihre Geschichte ins Netz stellen. So fällt es mir auch leichter. Mir gibt das sehr viel. Ich werde wohl doch mal zum Arzt gehen. Mein ganzes Leben will ich das nämlich nicht tun. Und wer kann mir sonst schon helfen. Allein schaffe ich es nicht, das weiß ich jetzt.

Ciao, Lara

Veröffentlicht in Betroffene erzählen
Montag, den 21. Februar 2011 um 12:44 Uhr

Meine Geschichte

Ich hab selber Trich seit 3 Jahren... ich hab es nicht aus Kummer (zumindest nicht, dass ich es wüßte) getan. Ich habe vereinzelt angefangen an meinen Wimpern zu ziehen und bemerkte dass sie (leicht) ausgingen... dann wurde es bei Langeweile häufiger. Ein Grund, der einzige den ich fand, könnte der bevorstehende Umzug in ein Haus gewesen sein. ich lebte mit meiner Mutter in einer Wohnung seit ich ein paar Jährchen alt war... dann als wir im Haus eingezogen waren, hab ich eines Morgens einfach weitergemacht... es war wie Trance. Dann waren keine Wimpern mehr da. Sie waren weg. Auf der einen Seite empfand ich Abscheu und dann klopfte ich mir selber auf die Schulter. Wieso? Was weiß ich... seit dem... seit dem Tag wuchsen sie wieder, ich zupfte sie aus... über meinen "Einfallsreichtum" bin ich selber erstaunt... anfangs befanden sich bei uns noch Pinzette u.ä. doch als ich bemerkte dass ich die Finger nicht weglassen konnte... dass ich sie nicht im Schrank stehen lassen konnte und meine Wimpern wieder wachsen lassen lies... warf ich sie weg.

Es ist wie ein Kampf... auf der einen Seite kämpfe ich mit allen Mitteln gegen mich, und die andere Seite sucht wieder neue Mitteln Wimpern auszureißen... als ich keine Wimpern hatte... habe ich ein paar Mal die Augenbrauen gezupft... das war nicht schlimm, weil ich sehr helle (blonde) Augenbrauen habe und es durch meine Frisur nicht aufgefallen ist. Dann vor ein paar Wochen, als ich mal wieder dachte, Wimpern wachsen zu lassen, zupfte ich die Unterwimpern ab... ich habe mittlerweile unten wieder Wimpern... ich glaube es hat so ca. 5-6 Wochen gedauert... Nun sind meine (Ober)Wimpern wieder gewachsen.. sogar sind an den Augenrändern sie fertig, doch gestern hatte ich wieder den Drang. Ich habe mich nach einigen Versuchen zusammengerissen.Dann nahm ich die Schere und schnitt sie ab. Das ist nicht schlimm, weil sie ja nachwachsen und sie nun auf gleicher Länge mit denen sind, die wieder nachwachsen. Ich schminke mich seit ca. 2 Jahren. Da eine aus meiner Klasse bemerkt hatte dass ich keine Wimpern habe. Auf einem Photo, sieht man es deutlich... ich schämte mich sehr. Nun habe ich eine Methode herausgefunden die es kaschiert... (doch das Problem bleibt) ich benutzte schwarzen Kajal (Manhatten) [das empfehle ich jedem, der dies durchmachen muss!!] und dann schminke ich das Oberlied grau-schwarz (ist wirklich nicht extrem, es sieht total schön aus und es hilft unheimlich!!)

Aber ich sehne mich danach die Wimpern zu tuschen. EIn Problem für mich war in der Schule das Schwimmen. Wir sollen Köpper machen... und ich wußte dass der Kajal dann abgehen würde. Ich habe mich geschickt davor gedrückt... doch wenn andere nach Sport gemeinsam Haare fönten und sich dann Schminkten und gemeinsam vor den Spiegeln dann standen... konnte ich/ durfte ich nie dabei sein... ich zog mich in eine Kabine zurück und schminkte mich alleine... Sätze wie "Ui der Neue von Manhatten/ Loreal... darf ich mal tuschen? Das ist aber schön!"... hätte ich zerreissen können... ich dachte bis zu dem AUgenblick als ich im Internet den Suchbegriff "Wimpernlos, Wimpern ausreissen" dass ich die EINZIGE wäre die dieses Problem hat... doch nun ist es anders. Ich bin dennoch die Einzige hier... das weiß ich. Das macht mich traurig.

Meine ganzen Umstände hier während dieser "wimpernlosen" Zeit zu schildern, wäre mühsam und lange.... doch es ist so dass meine Eltern, bzw meine Mutter nichts davon wußte... einfach weil es am Anfang nicht aufgefallen war. Als ich keine einzige Wimpern (oben) mehr hatte, fühlte ich mich irgendwie frei und dachte nicht dass es sich drei Jahre hinziehen würde, bis ich so ungefähr wieder welche hatte... sogar befürchtete ich dass sie NIE WIEDER wachsen würden. Diese Idee brachte meine Mutter in meine Welt. Eines morgens, sie war "gut gelaunt" hatte sie hysterisch gesagt: "MEIN GOTT DU HAST JA KEINE WIMPERN? BIST DU KRANK? ANDERE SCHMINKEN SICH UND TUSCHEN SICH UND DU LÄUFST RUM WIE EINE BEHINDERTE! DAS SIEHT SCHRECKLICH AUS! DU SIEHST SCHRECKLICHER AUS ALS S.F. (ein Mädchen mit einer Pigmentstörung [Albino Haut und Haare])"
Das hat mich tief getroffen... seit diesem Augenblick wie gesagt habe ich alles was zu Ausreissen dienen könnte entfernt... Pinzette, Nagelschere... sogar Lippenstift und LIdschattendeckel wurden zum Werkzeug. Nun da alles weg (oder kaputt) ist, war die Schere da... ich habe sie stumpf gemacht... habe zwar dann geschimpft bekommen, aber das war es mir wert.

Ich gehe in KEINE Therapie (gibts bei uns auch gar nicht) und wenn würde ich in KEINE gehen. Ich habe mir eine Frist gesetzt, wie schon oft. Doch diese Frist werde ich einhalten müssen, sonst... ja sonst... *nicht hier*

Ich habe mir für dieses Jahr viel vorgenommen, das ich erreichen will. An erster Stelle steht: In ein Geschäft gehen zu können und Wimperntusche kaufen zu können. Für andere alltäglich, doch für mich wundervoll. Ich habe wie viele "Patienten oder Betroffene" Angst andere an mich heran zu lassen. Ich bleibe immer auf gewisse Distanze... einen festen Freund will ich nicht, das nicht wegen meiner Krankheit sondern wegen etwas anderem was hier nicht hin gehört. Dieses "Etwas" wurde durch meine Trich-Anfälle bestärkt... was ich auf keinen Fall negativ werten will... es war für mein Weltverständnis durchaus positiv.
An alle die, die schreiben (denn ich habe hier alle Berichte von Betroffenen gelesen! :)= ) ihre Freunde/ Eltern/ Bekannte haben unterschiedlich reagiert, aber respektieren und unterstützen sie:
MEINE GÜTE WAS WOLLT IHR MEHR??!
Ich würde der total Außenseiter sein, wenn ALLE es wüßten... was ich befürchte dass es alle aus meiner Klasse nun wissen... aber wißt ihr was? Wenn ich in ein paar Wochen meine Wimpern noch habe: kann ich alles von mir behaupten! ICH HABE DIE KRANKHEIT BESIEGT UND DIES IST MEINE CHANCE! Dazu brauche ich keinen...

Was noch: **Wie wäre es in mIRC einen Trichotillomanie Chat für Betroffene zu eröffnen?? Dafür müßten wir aber viel Werbung machen... Ich joine in jedes Mal wenn ich Online bin. Ich habe noch keinen Kontakt zu anderen von TTM gehabt und fände es für "Neuankömmlinge" hilfreich... ich wäre dankbar gewesen so etwas zu haben... bitte kontaktiert mich oder ladet euch das Programm (www.mirc.de) runter... die Anleitung kann ich euch schicken! Bitte tut das nicht nur für mich, sondern auch für alle TTM's Betroffene!**

Danke fürs Zuhören... hat gut getan...
Auf ein Neues TTM zu besiegen

Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , 16 Jahre

P.S. Die Idee mit dem Ablenken (Sport...) ist zwar gut, aber in der Tat umzusetzen schlecht. Da ich meist nachts vor dem Einschlafen diesen Drang habe... :( aber ich SCHAFFE DAS!!!!!!!!

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Montag, den 21. Februar 2011 um 12:44 Uhr

Angies Story

Hallo,
Ich reiße mir seit ca. 5 Jahren die Haare aus. Mal mehr, mal weniger. Abends beim Fernsehen binde ich mir ein Tuch um den kopf, damit ich sie in Ruhe lasse und sie mir nicht ausreiße. Ich würde so gern damit aufhören, weiß nur nicht wie.
Von meiner Oma darf ich mir ständig anhören: "Hör doch einfach auf damit" oder "Laß jetzt endlich dein Haar in Ruhe!" Sie versteht einfach nicht, dass ich das nicht kann!!! Wenn sie oder jemand anderes versuchen, mich einfach nur freundlich daran zu erinnern:"Angie, deine schönen Haare..." , werde ich regelrecht agressiv und schreie rum, dass sie mich gefälligst in Ruhe lassen soll. Ich weiß ja, das sie es nur gut meinen , aber sobald mich jemand zu Hause daran erinnert, könnte ich ausflippen. Was mir eigentlich leid tut.
Manchmal stehe ich Stundenlang vor dem Spiegel, um mir meine kahlen Stellen anzusehen, und könnte jedesmal losheulen, nach jedem ausgerissenem Haar, gucke ich in den Spiegel, ob das Loch auch bloß nicht größer geworden ist.

Ich würde so gern wieder volles Haar haben, ich hatte früher immer so schöne Haare. Meine Freundin sagt zwar: "Laß deine Haare offen, es fällt gar nicht auf." Aber ich habe immer das Gefühl, das meine Haare total dünn aussehen und es jeder sieht. Deshalb mach ich mir jedes Mal einen Zopf, bevor ich raus gehe. Seit kurzem gehe ich einmal im Monat zu einem Therapeuten, ich hoffe, das ich bald damit aufhören kann....!



Veröffentlicht in Betroffene erzählen
Montag, den 21. Februar 2011 um 12:17 Uhr

Antjes Geschichte

Mein Name ist Antje. Ich bin auch eine, die diese Krankheit hat. Ich habe sie seit etwa drei Jahren. Ich hatte sogar eine Therapie angefangen, die aber leider nicht half. Ich hörte schon nach einem Monat auf mit der Therapie. Dann ging ich zu einem Psychologen, der mir aber auch nicht half.

Also angefangen hat bei mir diese Krankheit nach den Sommerferien. Ich bekam Drohbriefe von meinen Klassenkameraden, ich weiß aber bis heute nicht wiso. Dann hatten meine Eltern sehr viel Streit ud es ist nicht nur bei einem Streit geblieben, leider. Ich litt sehr darunter. Dann verlor ich alle meine Freundinnen. Ich war also alleine und wusste nicht mit wem ich reden sollte? Doch eines Tages sprach mich meine Lehrerin an, was denn mit mir und meinen Haaren los sei. Ich erzählte und erzählte und war froh, dass mir endlich eine zuhörte. Das Haareausreißen fing also nach der Klassenfahrt an und es ist leider heute immer noch so. Aber ich habe vor einem halben Jahr mit einer Musiktherapie begonnen, und dass Haare ausreißen ist seit dem viel weniger geworden, aber es ist noch da.

Ich kann nur sagen lasst euch bitte nicht unterkriegen und kämpft mit allen Mittel dagegen! Vielleicht hilft auch bei euch ein wenig das Beten. Aber nicht mal heute und dann in zwei Tagen sondern eigentlich regelmäßig! Das hilft auch ihr müsst nur dran glauben. Ich sag euch auch versucht bitte nicht viel zu Hause zu sein, denn dann wird alles schlimmer (war bei mir so). Unternehmt was, treibt Sport. Ich habe mit Handball spielen angefangen, und da hab ich auch meine wahren und echten Freundinnen gefunden.

Also lenkt euch ab, macht was, und hört nicht auf die Beleidigungen der Eltern. Denn die wurmen ungemein! Also macht es alle gut. Und ihr schafft das bzw ich weiß, dass wir es alle schaffen!!

Bis dann ciao Antje

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