Wie alles begann...
Hallo...
Ich wollte euch erzählen, wie alles bei mir anfing.
Ich ging wohl gerade in die 8 Klasse.Wie alt ist man da?,vielleicht 15???
Ein Junge hatte sich damals in meiner Klasse immer an seinen Haaren rumgespielt und ich fragte mich, was er da macht und vor allem warum?
Er drehte immer daran. Ich hatte es auch mal ausprobiert, aber es gab mir nichts, also hörte ich damit auf und vergaß es auch wieder.
Ich hatte in dieser Klasse eine Freundin, von der ich dachte, sie sei es auch aber sie kam eines Tages ins Krankenhaus und war angeblich magersüchtig.
Ich besuchte sie und später als sie rauskam, behauptete sie ich wäre daran Schuld.
Natürlich glaubte ich auch daran.
So fingen meine Probleme mit Trich denke ich langsam an.
Ich merkte damals nicht bewusst,dass ich mir meine Haare ausreißte, bis ich Jahre später bei Ster TV bei Günther Jauch etwas über diese Krankheit erfuhr.
Ich war froh, dass ich endlich wusste, dass ich nicht verrückt geworden war sondern nur krank war.
Diese falsche Freundin von damals habe ich die Freundschaft gekündigt, weil es doch noch Menschen auf dieser Welt gibt, die meine Freunde sein wollten und mir die Augen öffneten.
Anfangs dachte ich, ich leide an Haarausfall, was meine Eltern auch anfangs dachten, bis ich ihnen den Bericht von Stern TV zeigte, seitdem wissen sie eigentlich, dass ich reiße.
Meine Mom kommt halbwegs mit klar aber mein Dad nicht wirklich.
Er lässt es nicht an sich heran, er verdrängt es.
Er behauptet noch heute ich solle aufhören mit dem Kratzen, dabei reiße ich aber ich kann es ihm noch so oft sagen, er versteht es nicht oder will es nicht verstehen.
Ich habe mir dann einen Psychologen aufgesucht, der aber nur Arzt war.
Ich rate euch davon ab, denn als Arzt experimentiert man nur rum.
Jedenfalls tat er das mit mir.
Eigentlich sollte man über 1 Stunde bei demjenigen sein und darüber reden aber er hatte anfangs nur eine halbe Std., später nur noch 10 min. Zeit für mich.
Ständig musste ich mich bei ihm melden und den Termin vereinbaren (klar mach ich ja auch gerne aber nur wenn es sich lohnt und ich wenigstens bei ihm meinen Frust ablassen hätte können). Als ich merkte, es klappt nicht und ich hatte das Gefühl, er hat kein Bock, sagt ich Bescheid, dass ich nicht mehr kommen möchte.
Seine Sekretärin meinte zu mir, beim 2. Gespräch, dass er sich auf jeden Fall nochmal meldet wegen einem Nachtreffentermin, doch es ist bis heute nicht eingetroffen.
Ich war sehr enttäuscht, ich fühlte mich hängengelassen.
Dem Arzt dem ich alles anvertraute,ließ mich im STICH!!!
Meine ganze Zeit war umsonst.
Es ist jetzt über ein Jahr her und ich habe mich nochmal bei einer Verhaltenstherapeutin gemeldet, die ich hier im Net unter Therapeuten bei Trich fand.
Ja mit ihr hätte ich vielleicht ein bisschen Hoffnung an kein Haareausreißen gefunden, doch wie es das Schicksal so wollte, musste ich aus beruflichen Gründen für längere Zeit woanders arbeiten.
Damit war auch diese Sache geknickt.
Ich dachte, jetzt wird alles noch schlimmer.
Weg von zuhause, woanders ohne Freunde aber ich muss sagen es war eine schöne Zeit.
Ich war sehr abgelenkt, sodass ich in 3 Monaten nur 2 x reißen musste/wollte/konnte.
Ich bin stolz darauf, denn ich habe es noch nie solange ausgehalten mit dem Reißen.
Ja nun bin ich wieder in meiner Heimat und eigentlich sollte ich mich bei ihr melden aber ich hab es bis heute nicht getan.
Warum, weiß ich nicht.
Wahrscheinlich, in der Hoffnung mein Problem doch noch alleine bewältigen zu können aber ich glaube ich schaffe es nicht ohne Hilfe!!!
Ich melde mich aber noch bei ihr, denn ich hab kein Bock mehr auf dieses schmerzhafte Ausreißen!!!
Es tut meiner Seele weh und auch mir wenn ich sehe wie sehr ich darunter leide oder meine schönen Hare die ich einst hatte.
Ab und zu wenn ich diesen Druck oder dieses Kribbeln verspüre, hilft auch manchmal ein Hacki Sack zum Kneten, aber nur manchmal.
Ich bin der festen Überzeugung, dass wir es ALLE schaffen mit ein bisschen Wille und Selbsterkenntnis und Kraft.
VIEL GLÜCK FÜR UNS!!!!!!!!!
Cecil
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28/12/2004
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