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Das Serotonin-Stressmanagement
Diese Entspannungs- und Atemübungen können bei Stress sehr
hilfreich sein. Regelmäßig angewendet verhelfen sie zu
einer positiveren Grundeinstellung.
Das Stressmanagement, also die Bewältigung der täglichen
Stresssituationen, sowohl im Körper als auch außerhalb,
ist das zentrale Thema dieses Kapitels. Natürlich gibt es kein
Allheilmittel gegen den Stress, keine Serotonin-Kapsel oder -pille,
die Stress und seine unangenehmen Nebenwirkungen in kürzester
Zeit verschwinden lässt. Wenn man jedoch noch einmal über
darüber nachdenkt, welche Funktion Serotonin im zentralen Nervensystem
ausübt, ist es einleuchtend, dass man mit gezieltem Erhöhen
des Serotoninspiegels die positiven Gefühle erhöhen und
die negativen unterdrücken kann.
Um sich den Problemen einer falschen Grundeinstellung zu entziehen,
sollte man einige Grundregeln beachten:
- Denken
Sie stets positiv! Positive Gedanken können Ihnen zu
neuer Energie verhelfen und Lebensfreude schaffen.
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- Seien
Sie mit sich selbst zufrieden und schließen Sie ihre
Umwelt in diese Zufriedenheit ein.
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- Beginnen
Sie, einen vernünftigen
Egoismus an den Tag zu legen, und denken Sie an sich selbst,
an das, was Ihnen Freude und Vergnügen bereitet - ohne
die Menschen um Sie herum zu vergessen.
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- Kapseln
Sie sich nicht nach außen
ab! Sie sollten aktiv sein und das Leben in vollen Zügen
genießen.
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- Gehen
Sie unter Menschen, halten Sie soziale Kontakte aufrecht;
ziehen Sie sich nicht in Ihre eigene
Welt zurück!
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- Erkennen
Sie sich und Ihre eigenen Werte! Steigern Sie Ihr Selbstwertgefühl!
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Dies ist der erste Schritt.
Der nächste Schritt im Stress-Management gilt nun der inneren
Entspannung. Meist basieren die Techniken auf Erkenntnissen aus dem
asiatischen Raum und zielen auf eine vollendete körperliche
Entspannung, die als Voraussetzung zu einer psychischen Entspannung
angesehen wird. Die bei uns bekanntesten Techniken sind Yoga, Tai
Chi, Chi Gong und autogenes Training.
Enstpannungsübungen
Am besten sucht man sich dafür einen möglichst ruhigen
Raum aus, beispielsweise das Bad, und sorgt dafür, dass man
für die nächsten 30 Minuten auf keinen Fall gestört
wird. Schalten Sie ruhig die Türklingel ab, stellen sie das
Telefon auf Anrufbeantworter. Wichtig ist, alle unnötigen Störungen
bereits im Vorfeld auszuschalten. Nun holen Sie sich einen bequemen
Stuhl, den Bürostuhl (falls er bequem ist) oder einen Stuhl
mit Rückenlehne. Nehmen Sie Platz und wählen Sie eine besonders
lockere Sitzhaltung. Die Arme hängen leicht abgewinkelt an den
Seiten herab, die Hände liegen völlig locker auf den Oberschenkeln.
Senken Sie den Kopf etwas, so dass der Nacken möglichst entspannt
ist.
Wen Sie mit diesen Vorbereitungen fertig sind, sollten Sie versuchen,
mindestens 5 bis 6 Minuten lang alle Gedanken auf Reise zu schicken.
Sie meinen das geht nicht? Dann sind Sie aber ganz schön gestresst!
Es geht! Jeder Mensch kann seinem Gehirn den Befehl geben, für
eine kurze Zeit alle Gedanken abzuschalten. Dazu gehört allerdings
etwas Übung. Auch, wenn es nicht auf Anhieb gelingen sollte,
Sie müssen es immer wieder versuchen. Befehlen Sie Ihrem Gehirn: "Für
fünf Minuten alle Gedanken einstellen!"
Es gibt noch die Technik der Visualisierung, falls es gar nicht klappen
sollte. Hierbei projiziert das Gehirn auf Kommando beruhigende Bilder,
doch auch diese Technik muss man erst lernen.
Wenn Sie nun 5-6- Minuten lang völlig "gedankenlos" verbracht
haben, richten Sie sich ruhig auf und lehnen Sie sich zurück.
Die Hände bleiben weiter auf den Oberschenkeln. Nun atmen Sie
ruhig durch die Nase ein, halten für ein paar Sekunden die Luft
an und atmen ebenso ruhig wieder aus. Diese Atemübung absolvieren
Sie nun etwa 10-12 mal hintereinander.
Nach den Atemübungen entspannen Sie sich für 1-2 Minuten.
Setzen Sie sich so bequem wie möglich hin und versuchen Sie
wieder, möglichst alle Gedanken vorbeifliegen zu lassen. Dann
setzten Sie sich gerade aufgerichtet auf den Stuhl und versuchen
zuerst mit einer Schulter (egal mit welcher zuerst) so gut es geht,
zu kreisen, ohne dabei die Hände von den Oberschenkeln zu nehmen.
Diese Übung führen Sie etwa 10 mal hintereinander aus.
Wechseln Sie dann zur anderen Schulter und lassen Sie diese ebenfalls
etwa 10 mal kreisen. Dann versuchen Sie, die Kreisbewegungen mit
beiden Schultern gleichzeitig durchzuführen.
Nun legen Sie wieder eine 2-minütige Denkpause ein, bei der
Sie sich erneut völlig entspannt in leicht vorgebeugte Haltung
setzen. Danach nehmen Sie wieder eine aufrechte Position ein, und
beginnen, den Kopf leicht kreisen zu lassen. Zuerst drei bis viermal
im Uhrzeigersinn, dann ebenso oft in entgegengesetzter Richtung.
Wir beenden die Entspannungsübung, wie wir sie begonnen haben.
Nehmen Sie wieder die entspannte Haltung mit leicht vorgeneigtem
Oberkörper ein und denken Sie 5-6 Minuten an nichts. Diesmal
wird es Ihnen sicherlich besser gelingen als am Anfang der Übung.
Wenn Sie damit fertig sind und aufstehen, werden Sie bestimmt feststellen,
dass es Ihnen nun besser geht als eine halbe Stunde zuvor. Nun können
Sie sich wieder den normalen Aufgaben des Alltags widmen - doch versuchen
Sie auch dabei, so ruhig und gelassen wie möglich zu sein, damit
der Effekt nicht so schnell wieder verfliegt.
Nicht auf jeden wirken solche Übungen entspannend. Viele Menschen
können Spannungen besser über Bewegung wie laufen, radfahrend
etc. abbauen. Finden Sie heraus, welche Entspannungstechniken Ihnen
am meisten liegen!!
Wenn sie ein Bewegungstyp sind, ist es wichtig, dass sie sich regelmäßig
Zeit für einen Lauf durch die Natur oder ähnliches nehmen.
Atemübungen
Neben den Entspannungsübungen sind vor allem regelmäßige
Atemübungen wichtig, will man den Stress abbauen oder gar nicht
erst aufkommen lassen. Bereits von altersher kennt man den Satz "Erst
mal tief Luft holen, bevor du dich aufregst!"
Im asiatischen Raum entstanden bestimmte Techniken, in denen Atem-
und Bewegungsübungen kombiniert wurden. Weiterentwicklungen
dieser Techniken nutzen wir heute. In unserem Fall sind es zwei Atemtechniken
aus dem Yoga-Bereich.
Die Yoga-Übungen haben neben dem beruhigenden Effekt auch noch
eine nachgewiesene Heilwirkung, die wie folgt begründet wird:
- Werden
die Lungen völlig durchlüftet, vergrößert
sich die Oxidationsfläche und verbessert somit die Sauerstoffbindung
im Blut.
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- Bei
vollständiger Ausatmung wird
die Blutzirkulation verbessert. Grund hierfür ist die
Lunge. Sie wirkt als Saugpumpe für das venöse Blut.
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- Durch
die Atemübungen wird die
Beweglichkeit des Zwerchfells vergrößert, gleichzeitig
werden dabei die Bauchorgane massiert und die Bauchmuskulatur
gekräftigt.
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- Beim
kräftigen Ausatmen wird das
im Blut gelöste Abfallprodukt Kohlensäure, das in
die Lungen transportiert wird, fast völlig beseitigt.
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- Das
Nervensystem wird durch die Atemübungen
beruhigt, der Körper entspannt sich, Verkrampfungen werden
gelöst.
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Nach dem Aufstehen am Morgen sollten Sie zuerst einmal fünf
oder sechs Minuten lang diese Atemübungen ausführen, bevor
Sie sich den für ihren Lebensrhythmus normalen Betätigungen
widmen.
Es gibt die unterschiedlichsten Yoga Atemübungen, doch wir widmen
uns im Rahmen der Stressbewältigung nur zweien dieser Atemtechniken:
Bei allen Atemübungen gilt das Grundprinzip: Stets nur durch
die Nase atmen!
Einige weitere Grundregeln lauten:
- Vermeiden Sie bei
allen Übungen einengende Kleidungsstücke!
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- Körperbewegung
und Atmung sollten stets im gleichen Rhythmus erfolgen!
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- Atmen Sie so geräuschlos wie möglich!
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- Bei Herzbeschwerden
und niedrigem Blutdruck die Atemübungen
besonders vorsichtig ausführen!
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Bauchatmung
Sie verbessert den Blutkreislauf, dehnt das Zwerchfell sowie die
Lungenbasis und hilft der Lunge beim Ansaugen venösen Blutes.
Durch die Zwerchfellausdehnung wird Druck auf die darüber liegenden
Organe ausgeübt; sie werden kräftig massiert. So werden
die Funktionen von Galle, Leber, Milz und Bauchspeicheldrüse
(wichtig für Diabetiker) angeregt und normalisiert. Die Leistungsfähigkeit
aller Organe erhöht sich. Ein wichtiger Nebeneffekt dieser Atemübung
ist die Korrektur falscher Bauchbewegungen beim Atmen. Die Atemübung
wird auf dem Rücken liegend durchgeführt, die Beine leicht
angezogen. Eine Hand liegt auf dem Bauch, die andere neben dem Körper
auf dem Boden.
Menschen mit niedrigem Blutdruck sollten diese Übung allerdings
aufrecht sitzend durchführen.
Vor Beginn der eigentlichen Übung sollten Sie zuerst mehrmals
tief ausatmen. Halten Sie die Luft kurz an, und nun entspannen Sie
die Bauchmuskulatur und atmen langsam ein. Dabei sollten sich nun
die Bauchdecke heben, während die Bauchmuskulatur entspannt
bleibt. Atmen Sie völlig aus. Dann ebenso langsam ausatmen und
dabei den Bauch einsinken lassen. So atmen Sie etwa drei Minuten
lang ruhig ein und aus.
Reinigungsatmung
Hierbei sollten Sie sich aufrecht auf einen Stuhl setzen. Der Rücken
sollte dabei völlig gerade aufgerichtet, aber entspannt sein,
die Arme hängen locker neben dem Körper. In dieser Haltung
atmen Sie nun tief ein und dehnen dabei den Bauch so weit wie möglich
aus. Nun wird der Bauch so kräftig wie möglich eingezogen.
Dabei entweicht die Luft rasch durch die Nasenlöcher. Danach
wieder kräftig einatmen. Bauch raus! Und wieder in vorgenannter
Technik ausatmen. Das machen Sie fünf bis sechsmal hintereinander,
dann sind Sie fit für das Frühstück! Aus dem Buch "Energiequelle Serotonin", von Helmut Isert, mit freundlicher Genehmigung des Autors
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