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Die John-Kender-Diät
Erste Schritte mit der Diät
Wie lange dauert es, bis die Diät wirkt?
Was John Kender zu seiner Diät sagt
Die Hefen-Hypothese

Die John Kender Diät

John Kender, ein ehemals Betroffener, entwickelt seit einigen Jahren eine Diät gegen das Zupfen, mit überraschenden Ergebnissen, wie Berichte anderer Betroffener dokumentieren. Was beinhaltet diese Diät, was ist die Idee dahinter und wie kann sie helfen?

Die John Kender-Diät ist eine hierzulande eher weniger bekannte Methode, gegen Trich anzugehen.
Die Diät ist bei Trich-Betroffenen in Amerika weiter verbreitet und wird dort auch im Internet auf Trichseiten erwähnt. Da diese Diät noch wenig bekannt ist, hab ich mir überlegt, die Informationen zu übersetzen und sie Euch so zugänglicher zu machen. Ist doch auch bequemer, sie nicht erst selbst übersetzen zu müssen, oder?

John Kender ist ein ehemaliger Trich-Betroffener. Er hat eine Diät entwickelt, welche ihn ganze 8 Jahre bis zum heutigen Tag von dieser Krankheit befreit hat. Er ist Professor der Computerwissenschaften an der Columbia Universität in New York. Trichotillomanie begann bei ihm im Alter von 13 Jahren, seit 8 Jahren hat er dank seiner Diät Ruhe davon.

Die Diät ist weder wissentlich getestet noch eindeutig bewiesen - aber das bedeutet keinesfalls, dass sie niemandem geholfen hat; viele Trich-Betroffene haben sie probiert und vielen von ihnen hat sie auch geholfen. Es ist kein Versprechen, welches die Erfolgsberichte darstellen; aber es ist eine Erfahrung die man machen kann und man sollte die Diät einfach mal ausprobieren.
John Kender empfiehlt natürlich, seine ganz eigene Diät zu finden und herumzuexperimentieren, was man besser verträgt und was nicht - viel Schlimmes kann dabei wirklich nicht passieren.

John Kenders Hypothese geht von einer allergischen Reaktion gegen den Hefepilz Malassezia sp. aus, der in der Haut und den Organen jedes Menschen vorhanden ist - für Menschen, die nicht an Trich leiden, ist das kein Problem - aber Menschen mit Trich reagieren oft "allergisch" auf diesen Pilz mit Juckreiz und Hautirritationen. Dieser Hefepilz ist seiner Ansicht nach praktisch dafür verantwortlich, dass wir den Drang verspüren, uns an die Haare zu gehen.
John Kender selbst sieht in seiner Diät eine sehr geeignete Methode, das Reißen zu unterdrücken. Er macht den Vergleich mit einer Allergie, denn die Allergie ist zwar genetisch festgelegt, aber sie lässt sich um einiges mindern, indem man die Auslöser vermeidet, z. B. spezielle Nahrungsmittel.

Die Diät beinhaltet die Idee, sich die "schlechten Nahrungsmittel", die "Bad Foods" abzugewöhnen und den Speiseplan neu zu gestalten, nämlich mit den "Good Foods"; nach John Kender lassen bestimmte Nahrungsmittel diesen Hefepilz Malassezia im Körper wachsen. Die "good foods" verhindern das Wachstum des Pilzes. Die schlechten Nahrungsmittel verursachen eine Verschlimmerung des Reißens 1-2 Tage nach der Verdauung der schlechten Nahrungsmittel. Der verschlimmerte Zustand hält 3 oder 4 Tage an und braucht im Durchschnitt eine Woche, um wieder zum Ausgangspunkt zurückzukehren.
Zucker hat - als die Ausnahme - eine viel schnellere Wirkung, weniger als einen halben Tag, aber die Wirkung klingt auch schneller wieder ab, durchschnittlich 2 Tage später.
Man braucht ungefähr einen Monat Abstinenz der schlechten Nahrungsmittel, um die volle Wirkung dieser Diät zu erfahren. Es braucht also ein gewisses Maß an Geduld, bis die Symptome verschwinden.

Die guten Nahrungsmittel haben einen äußerst positiven Effekt auf die Laune und die Selbstkontrolle innerhalb von einem halben Tag, aber die Wirkung lässt, sofern die Diät nicht fortgeführt wird, nach einem Tag wieder nach.
Es wurde auch die positive Wirkung von Joghurt beobachtet; dieser, so stellte sich heraus, hat im Allgemeinen eine länger anhaltende Wirkung; ungefähr 3 Tage.
Leider aber sind die "schlechten Nahrungsmittel" in ihrer Wirkung weitaus stärker als die guten.

Es ist sehr wichtig, diese Diät nicht ohne eine ausreichende ärztliche Beratung anzufangen. Die Diät beinhaltet unter Umständen sehr große Einschränkungen in der Wahl der alltäglichen Nahrungsmittel. Wie Vegetarier, die auf Fleisch und damit auf wichtige im Fleisch enthaltene Vitamine und Mineralstoffe verzichten müssen, sollten also auch Leute, die diese Diät versuchen wollen, auf eine ärztliche Beratung nicht verzichten.
Bei Fragen zu dieser Diät, die nicht hier beantwortet werden, könnt Ihr persönlich an John Kender schreiben (auf Englisch natürlich!).

Bad Foods: Diese Nahrungsmittel sollten vermieden werden:

  • Hülsenfrüchte: Bohnen, Erbsen.
  • Erdnüsse, andere Nüsse. Cashewkerne sind okay aber dann bitte nicht in Erdnussöl geröstet.
  • Eigelb
  • Zucker
  • Koffein
  • Omega-Fettsäuren: Thunfisch, Lachs und Makrelen; Schalentiere: Shrimps, Krabben, Hummer, Muscheln...etc
  • Butter
  • Süßkartoffeln
  • Sojaprodukte aller Art
  • Innereien/Fleisch aus tierischen Organen: Leber, Nieren, ...etc.
  • Nutrasweet: Aspartam und alle Varianten
  • Rosinen
  • Trauben/Wassermelonen
  • Tomatensamen (normale Tomaten/Tomatensauce scheint ok zu sein...aber aufpassen!)

Good Foods: Außerdem gibt es durchaus Lebensmittel, die dem Versuch, den Impulsen zu widerstehen, sehr dienlich sind:
Dazu gehören:

  • Allicine (besonders in Zwiebeln und Knoblauch enthalten)
  • Gerbstoffe (Ungesüßter Tee, trockener Rotwein)
  • Joghurt (ungesüßt, mit Lebendkulturen besonders effektiv)
  • Tropische Früchte (Ananas, Kiwi, Papaya, Guave, Mango)
  • Äpfel, Bananen

Am besten lässt man in einer Testphase die schlechten Nahrungsmittel 6 Wochen lang in Ruhe und beobachtet die eigene Reaktion; wenn es funktioniert, lässt das Haareausreißen nach.
Hier ein Test, wie man vielleicht bei sich selbst das Gegenteil beweisen kann. Skeptische Leute können so sehen, ob sie empfindlich auf diese Nahrungsmittel reagieren oder nicht:
Man nehme einen Beutel M&Ms oder sonstige Erdnussprodukte und spüle sie mit einer Flasche purer Zucker-Coca Cola runter. Jetzt müsste sich der Drang zum Reißen innerhalb der nächsten 3 Stunden um einiges verstärken.

Rezepte für diese Diät findet Ihr hier. Die Seite ist zwar Englisch, aber sie hat eine hervorragende Rezepte-Suchfunktion, ideal für jede Diät (bin auch gerne bereit, einzelne Rezepte zu übersetzen...*g*)


Erste Schritte mit der Diät

von Mari

Die John-Kender-Diät braucht eine gewisse Eingewöhnungszeit. Lest soviel darüber, wie Ihr könnt als allererstes, und denkt immer dran, dass diese neue Art zu leben ein Prozess ist. Jede weitere Veränderung im Essverhalten sollte sanft geschehen. Seid nachsichtig und verständnisvoll mit Euch selbst. Manche Leute geben sich sogar ein ganzes Jahr, um sich an diese Diät zu gewöhnen. Lasst Euch Zeit. Hier sind einige Vorschläge, aber tut einfach, was Euch gut tut! Was auch immer das Richtige für Euch ist, ist gut!

Als erstes kannst Du versuchen, Fruktose als Ersatz für Zucker zu verwenden. Aspartam als Zuckeraustauschstoff sollte vermieden werden, da es die Abhängigkeit von Zucker verstärkt. Der Heißhunger auf Zucker wird verschwinden. Und nicht nur dass er in etwa 3 Wochen zurückgehen wird, Du wirst Dich außerdem auch noch so gut fühlen! Ich selbst dachte ich hätte eine psychologische Verwandlung durchlebt oder so etwas, als ich aufhörte, Zucker zu essen wegen der JK-Diät. Ich sagte zu meinem Therapeuten „Irgendetwas geschieht, ich bin glücklich!“

Dr. Kathleen DesMaisons, Autorin von „Potatoes, Not Prozac“, sagt, dass Zucker, würde es heute auf den Markt gebracht, gar nicht erst von den Gesundheitsbehörden genehmigt würde. Zucker, wie Du weißt, gibt einem dieses falsche Hochgefühl, gefolgt von einem schrecklichen Tief. Du wirst merken, dass viele TTMler Zucker lieben. Es ist das Härteste und auch das Schwierigste loszulassen. Aber es ist möglich, es geht wirklich. Wir alle müssen endlich Abschied nehmen von unserer süßen Liebe. Einfach ist das nicht. Hol Dir Verstärkung an Deine Seite, eine Art Diät-Unterstützung. Hier eine Liste von Zuckerarten.

Als nächstes kannst Du entkoffeinierten Kaffee und entkoffeinierten Tee probieren. Das war sehr viel einfacher als ich dachte! Andere werden dies nicht bestätigen können, aber ich trinke Eistee mit Koffein ohne Probleme – allerdings muss ich dazu sagen, dass ich sowieso nicht viel davon trinke. Es sind die Tannine im Tee, die gut für einen sind. Probier es mit Deinem individuellen Diät-Logbuch aus.

Als drittes geht es um die Bad Foods – das ist reines Trial and Error. Als erstes wirst Du vielleicht mehr aus Deinem Speiseplan streichen als nötig. Mach ein Diät-Logbuch und teste Dich selbst! Bitte iss viele Äpfel, viel Joghurt mit Lebendkulturen, Ananas, Kiwis, und geh nirgendwohin ohne eine Tüte gesunder Leckereien in Deiner Tasche oder im Auto. Brezeln, Obst, verdünnte Fruchtsäfte, Wasser etc. in der nähe zu haben hilft sehr. Lass den Heißhunger nicht so groß werden und warte bloß nicht, bis Du vor lauter Hunger wütend, einsam, müde oder sonst was wirst, bis Du Dinge isst, die Dir nicht gut tun. Eine Liste der Good Foods und der Bad Foods kannst Du oben lesen.

Es ist notwendig, Etiketten auf Lebensmitteln zu lesen und sich auf seine Mahlzeiten vorzubereiten. Dies wird Dir zunächst vielleicht sehr schwer fallen! Ich fand das jedenfalls extrem schwer. Ich habe mich noch nie vorher um Etiketten geschert, ich habe einfach ALLES gegessen! Es kann daher sehr enttäuschend sein, am Ende des Einkaufs zu sehen, dass der Einkaufswagen fast leer ist. Geh einfach zu meiner Liste von Einkaufsvorschlägen und mach Dir eine Kopie, um sie zum Einkaufen mitzunehmen.

Gib Deine Liste der Bad Foods und Good Foods an Deine Liebsten weiter. Druck es aus auf schönem Papier, mal es an, laminier es, was auch immer. Gib sie weiter an andere. Du wirst mit Erleichterung feststellen, wie hilfsbereit die Leute sind. Generell wollen ja andere Dir helfen, damit Du Erfolg hast.

Sei sanft mit Dir selbst! Es ist nicht so, dass etwas mit Dir nicht stimmt, bloß weil Du nicht sofort mit der Diät anfängst. Lies einfach darüber und lerne sie kennen. In dem Buch „Potatoes, Not Prozac“ heißt es, dass eine Überladung mit Zucker unsere Entschlossenheit neurologisch angreift und zerstören kann. Wenn wir immer nur einfache Kohlenhydratketten wie weißes Brot, weißen Reis, Popcorn, Pasta und Zucker zu uns nehmen, können wir der Versuchung Zucker nicht mehr widerstehen. Unser Heißhunger auf Süßes ist einfach zu viel für uns, er wird unkontrollierbar. Das ist nicht unsere Schuld! Zu viel Zucker setzt den Serotoningehalt in unseren Gehirnen herab und wie Du weißt, hat Serotonin sehr viel damit zu tun, wie unsere Launen und Impulse gerade sind. Mit zuviel Zucker also wird es immer wahrscheinlicher, dass man Zucker nicht mehr widerstehen kann, man wird dann depressiv und wütend auf sich selbst und so weiter! Genieß den Zucker, aber versuch doch einfach mal, ihn vielleicht zu reduzieren.

Zusammenfassung:

  • Viel darüber lesen!
  • Benutz Fruktose statt Zucker!
  • Benutze kein Aspartam, da dies unsere Abhängigkeit von Zucker aufrechterhält
  • Trinke Kaffee und Tee ohne Koffein
  • Halte ein Diät-Logbuch mit allem was Du isst, mit Beilagen und allem, Deine Launen, der Grad des Reißens, und generell, wie es Dir geht mit Deiner Gesundheit und dem Stress
  • Mach eine Liste von Good und Bad Foods, die Du die ersten 3 Monate immer bei Dir hast.
  • Immer gesunde leckere Snacks dabei haben.
  • Hol Dir Unterstützung!

Wie lange dauert es, bis die Diät wirkt?

von John Kender

Meine eigene Erfahrung zeigt, dass man ungefähr einen Monat warten muss. Genauer gesagt vollzieht sich die Wirkung in verschiedenen Stadien, abhängig davon, welche Bad Foods gegessen wurden. Beim Entzug von Koffein und Zucker kommt die Wirkung nach ein bis zwei Tagen, man fühlt sich besser und die Reißimpulse werden schwächer.

Aspirin in greifbarer Nähe zu haben, kann nützlich sein für diejenigen, die aus koffeinentzugstechnischen Gründen an Kopfschmerzen zu leiden haben. Diese können eine Woche anhalten.

Mit den anderen Bad Foods verhält es sich so, dass in den ersten 10 Tagen vielleicht sogar eine Verschlimmerung auftreten kann, abhängig davon, wann sie verzehrt wurden, da viele der Bad Foods verspätete Reaktionen hervorrufen.

Meine Frau meint, dass es normal ist, dass Leute vor dem Beginn einer Diät den Abschied von den geliebten, jetzt aber verbotenen Nahrungsmitteln feiern („Farewell to Food Night“). Wenn das so ist, garantiert dieses Verhalten, dass zwei oder drei Tage nach Beginn der Diät, gerade wenn man anfängt, die Nase voll zu haben von der Diät, der Effekt der Bad Foods, die zuvor reichlich verzehrt wurden, wirklich schlimm wird. Die Leute sind dann einerseits völlig irritiert von der Diät und außerdem noch am leiden wegen des Effektes der schlechten Nahrungsmittel.

Die gewöhnliche „Bad Food“ Attacke, wie zum Beispiel bei Eiern, setzt so nach 2 Tagen ein, wird richtig schlimm an Tag 3 und 4 und wird ab Tag 5 immer schwächer, bis nach 7 bis 10 Tagen der Effekt endgültig abgeklungen ist. Eine gute Portion von M&Ms kann eine ganze Woche ruinieren.

Tatsächlich schaffen es viele Leute nicht mal bis Tag 5, und viele brauchen mehrere Anläufe, für gewöhnlich über den Verlauf eines ganzen Jahres, bis sie diese Hürde meistern lernen. Ich weiß nicht, wie man dieses Problem am besten lösen kann, aber da die Trichotillomanie in der Zwischenzeit sowieso nicht von alleine verschwinden wird, kann man der Diät genauso gut auch immer wieder eine Chance geben. Das erste Zeichen für eine Verbesserung kann man nach etwa drei Wochen sehen. Dieses späte Einsetzen lässt sich durch die Hypothese erklären, dass es nicht die Lebensmittel selbst sind, die das Reißen so schlimm machen, sondern eher etwas, das die Lebensmittel nähren. Wenn ein Hefepilz involviert ist, dauert es eine Weile, bis dieser soweit ausgehungert ist, dass er sich zurückzieht, und somit keine dieser irritierenden Chemikalien mehr absondern kann, die eine innerliche Irritation und das Hautjucken verursachen. Sie werden immer schwächer, und erst nach einiger Zeit, nachdem das Lieblingsessen des Pilzes nicht mehr vorhanden ist, wird ihre Zahl kleiner. Wie die Hartnäckigkeit der TTM zeigt, muss dieser Pilz wirklich ein ausdauernder kleiner Kerl sein.

Irgendwann in der dritten Woche merkt man dann, dass etwas Ungewöhnliches geschieht – wenn es denn überhaupt geschieht. Für viele Wimpern-Reißer und für einige andere ebenso scheint die TTM gar nicht auf die Diät zu reagieren. In diesem Fall würde ich empfehlen, mal nach Kontaktallergien zu suchen, insbesondere auf haarige Haustiere achten. Ich bin mir sogar sicher, dass selbst das für manche nicht funktioniert, da es, wie es scheint, mehrere Typen der Trichotillomanie gibt. Falls Du dennoch mit Überraschung nach drei Wochen feststellst, dass Deine Haut erstaunlich ruhig und entspannt ist und nicht juckt, wirst Du Dich nach Woche 4 auf dieses gute Gefühl besser einstellen können und ab da kann es auch besser werden. Du gewöhnst Dich langsam an diese neue Art, mit Deinen Haaren umzugehen und wirst entspannter.

Das geht solange gut, bis Du es bereust, nicht alles essen zu dürfen wegen der Diät, die Du seit einem Monat einhältst, Du wirst vielleicht dann anfangen zu zweifeln und einen „experimentellen“ Essanfall bekommen, um Dich danach wieder zu überzeugen, zu was das führt.

Es braucht Zeit.

Aber bedenke einfach dies: Wenn Du in einem Monat noch lebst, wirst Du, falls Du nicht irgendetwas in Deinem Leben veränderst, Dir höchstwahrscheinlich immer noch Deine Haare ausreißen. Wenn es nicht funktioniert, hast Du bestenfalls einen Monat Kaffee verloren, und ein paar Süßigkeiten und Erdnussflips. Da die meisten Leute diese Nahrungsmittel aber generell als schlecht für sich empfinden, ist das wirklich kein großer Verlust.

Ein Update: Ich habe so viele Emails von Menschen erhalten, die erfahren haben, dass die schlechten Nahrungsmittel ihr Reißen verschlimmern, dass ich sie gar nicht mehr erst speichere. Es müssen mittlerweile mehrere hundert sein. Ich behalte nur noch die Mails von Leuten, die die erste Woche der Diät überstanden haben und Erfolg damit hatten. Die Zahl beläuft sich auf ungefähr 150 bis heute.

Viel Glück!

John


Was John Kender zu seiner Diät sagt

Ich sehe mich im dauerhaften Zustand nachlassender Intensität meiner TTM durch meine Diät. Durch meine Forschung und Erfahrungen drängt sich mir der Gedanke auf, dass TTM einer Allergie nicht unähnlich ist. Die meisten Allergien sind nicht heilbar, und die Überreaktion des Immunsystems scheint genetisch festgelegt zu sein. Aber viele Allergien sind dadurch kontrollierbar, indem man ihre Auslöser meidet.

Wichtig: Willenskraft hat sehr wohl eine Bedeutung in der Kontrolle des Verhaltens. Der Kraft des Willens muss aber ein faires Spielfeld gegeben werden. Die Biologie kommt zuerst und muss wahrscheinlich auch zuerst behandelt werden. Danach erst hat eine Verhaltensänderung überhaupt eine Chance.


Die Hefe-Hypothese: Praktische Techniken

von John Kender

Meine Vermutung ist, dass einige Betroffene sehr sensibel auf bestimmte Hydroxyl-Fettsäuren und/oder langkettige Alkanole (wie Isostearyl-Alkohol oder möglicherweise Arachidonoylethanolamin) reagieren, die durch den in der Haut lebenden Hefepilz Malassezia produziert werden. Wenn das so ist, kann dem Reißen auf vielen Wegen entgegengewirkt werden: indem man den Hefepilz und seine Enzyme hemmt, oder indem man die Reizauslöser meidet, die diese Enzyme produzieren. Demzufolge gibt es eine ganze Reihe von Dingen, die bei TTM hilfreich sein können. Diese Liste basiert auf den Berichten zahlreicher Betroffener, aber die Punkte, bei denen ein „möglicherweise“ vermerkt wurde, wurden nur vereinzelt berichtet. Einige der genannten Dinge erscheinen in mehr als einer Kategorie. Generell haben diese auch einen größeren Effekt.

Zusammenfassung: Im Allgemeinen ist es eine ernährungstechnische Methode.

Zuerst versuche, Zucker, Koffein und Schokolade nicht zu essen. Trink etwas trockenen Rotwein stattdessen. Dies sollte einen Effekt nach ungefähr zwei oder drei Tagen zeigen. Dann vermeide Erdnüsse, Bohnen, Eidotter und Thunfisch. Dies sollte eine Wirkung nach ungefähr 10 Tagen haben. Nimm Cholinbitartrat-Pulver oder Magnesiumglukonat. Halte ein Ernährungs-Tagebuch, das Dir hilft, Deine eigenen Auslöser aufzuspüren. Halte Dein Haar und auch Deine Hände sauber. Wasch Deine Wimpern mit Babyshampoo, benutz heiße Kompressen. Pass auf Haustier-Fell auf. Trag Antipilzmittel oder auch Kampfer in dringenden Notfällen auf.

Noch kürzer: Vermeide Zucker, Koffein, Lecithin, nimm Bitartrat.

1) Den Hefepilz verringern

  • über die Energiezufuhr
    • Vermeide Zucker, selbst natürlichen wie in Honig, Molasse, Rosinen, Datteln, Fruchtsäften. Verwende stattdessen pure Fruktose, wenn es nötig ist.
  • über die Wachstumsstillstand-Signale
    • Vermeide Koffein, wie in Kaffee, Kakao, Schokolade, Erfrischungsgetränken.
  • über die Nitrogen-Zufuhr
    • Vermeide die Aminosäuren Asparagin und Aspartat, die in Kaffee, Kakao, Schokolade, Cola, Hülsenfrüchten, Tomatensamen und möglicherweise auch anderen Samen vorkommen, in Nüssen, möglicherweise in Vollkornmehl und –Körnern, möglicherweise in Aspartam. Vermeide Glutamin/Glutamat, diese Aminosäure kommt vor allem häufig in Sojasauce vor. Auch Nitrite sollten gemieden werden, sie kommen häufig in konserviertem Fleisch vor.
  • über Wachstums-Signale
    • Meide Sterole wie in Eidotter, Butterfett, Hülsenfrüchten, insbesondere Erdnüsse, aber auch Bohnen, Alfalfa- bzw. Luzernen-Sprossen, Lakritze, Sojaprodukte (inklusive des Sojaöls, benutze stattdessen Olivenöl), Yams, Datteln, Innereien, Krustentiere, öliger Fisch wie Thunfisch, Hering, Sardinen, Lachs und Makrele, Haarwurzeln, möglicherweise (gilt evtl. für Wimpern- und Brauenreißer) Vitamin D-angereicherte Milchprodukte.
    • Meide Lecithine wie in Paranüssen, Schokolade, Vollkornprodukten (auch Popcorn!), Eidotter, öligem Fisch, Lecithin, Margarine, Erdnüssen, Soja, Weizenkeimen.
    • Vermeide einen erhöhten Cortisol-Spiegel im Blut wie durch Stress, möglicherweise sogar durch Grapefruit.
    • Vermeide einen erhöhten Blutgehalt an Progesteron, wie in der PMS. Nimm Nahrungsergänzungen, um eine erhöhte Lebereffizienz zur Blutreinigung von Sterolen zu erreichen, wie sie in Magnesium und Vitamin B-Komplexen vorkommen. Wirke Ethanol-basiertem Wachstum entgegen, indem Du Inositol zu Dir nimmst.
  • über den chemischen Angriff
    • Iss viele Allicine, wie in Knoblauch, möglicherweise Zwiebeln. Iss α-Hydroxylsäuren wie in ganzen Früchten (kein Saft) von Äpfeln, Trauben, Orangen/Zitronen/Limetten, Ananas, fermentierte Nahrungsmittel wie Hüttenkäse, Joghurt, Kefir, saure Sahne, Sauerkraut, oder in Hartwurst. Iss viel Bromelain/Papain wie in Ananas, Kiwi, Ingerwurzel, Papaya, Feigen, Guave. Iss Betaglucanase wie in reifen Bananen. Iss Gamma-Thionin und Isothiocynate wie in Senf, und möglicherweise andere mit Senf verwandte Gemüse wie Kohl, Rosenkohl, Radieschen, etc.
    • Trink Tannine wie in ungesüßtem Tee, trockenem Rotwein. Nimm Fruchtsäure-Nahrungsergänzungen zu Dir wie in Cholinbibartrat, Magnesiumglukonat und Weinstein.
  • über die äußere Umgebung der Haut
    • Bleiche, färbe oder entspanne das Haar. Nimm lange, heiße Duschen mit viel Schaum und Shampoo morgens und abends. Benutze nicht-Pf-neutrale Antipilzmittel wie Terzolin. Benutze verschreibungspflichtige Antipilz-Shampoos. Mach Spülungen mit einem niedrigen pH-Wert, wie z. B. 2% borhaltige und 2% essigsaure Lösung (Augenspülung und Essig)***. Benutze Seifen mit einem hohen pH-Wert, vermeide Neutrogena.
    • Verwende antibiotische Mittel. Möglicherweise auch Terpene, aber nur für einen sehr kurzen Zeitraum, wie in Wick Vap-O-Rub, Teebaumöl und Kampherspiritus.
    • Verwende Antipilzmittel wie Aloe Vera Gel, Miconazolnitrat-Creme, möglicherweise gemischt mit Polysporin-Creme; Propylenglykol-Lotion, hausgemacht**.
    • Verwende Tannine wie in Hamamelis.
    • Verwende ultraviolettes Licht, lokale Wärme und Ozon: möglicherweise durch Hochfrequenz-Generatoren für violettes Licht.
  • über das Darmklima:
    • Iss viel Acidophilus wie in Kapseln, ungesüßtem, lebendem Joghurt, Kefir, möglicherweise Buttermilch, Sauerkraut, Kimchi. Möglicherweise am besten Antacide vermeiden.
  • über die Kontrolle des Reservoirs
    • Vermeide engen Kontakt zu haarigen Haustieren. Wasch Deine Hände bevor Du Augen oder Haare berührst, insbesondere nach dem Berühren von Haustieren. Wasch die Augenlider mit Babyshampoo
  • über die Kontrolle der Milben-Übertragung
    • Benutze Insektizid-Shampoo

2) Die Hefe-Enzyme verringern

  • über alle oben genannten Maßnahmen, aber auch
  • über Futtersignale
    • Vermeide medizinische Produkte mit Ibuprofen als Inhaltsstoff.
  • über die direkte Zufuhr
    • Vermeide möglicherweise das Trinken von Alkohol; möglicherweise Gin.
  • über die Enzym-Hemmung
    • Möglicherweise Brokkoli essen.
  • über den chemischen Angriff
    • Nur Olivenöl benutzen zum Essen. Nimm Glukonat-Ergänzungen: vorzugsweise Magnesium, aber auch Eisen, Potassium und/oder Zink. Nimm weinsaure Salze (Tartrate): Cholinbibartrat, Weinstein-Lösung*. Glukonate und Benzoylperoxid auftragen.
  • über die Kontrolle chemischer Reaktionen
    • Trage Eiswürfel auf.

3) Die Aussetzung von Fettalkoholen verringern

  • über alle oben genannten aber auch
  • über die Aufnahme über die Haut
    • Ein wenig Franzbranntwein oder Hamamelis auf die Haut auftragen. Vermeide das Auftragen von Fettalkoholen, insbesondere „-yl“-Alkohole wie Cetearyl, Cetostearyl, Cetyl Stearyl, Stearyl, möglicherweise auch Cetyl. Diese kommen häufig in Conditionern vor, in Deodorants, Hand- und Bodylotions.
  • über die Verdauung
    • Keine Fettalkohole essen, wie in Haarwurzeln.

Rezepte-Teil

* Weinstein-Sauce:

  • 1/8 Teelöffel Weinstein
  • ½ Teelöffel (1 Päckchen) Fruktose
  • 1 Tasse Wasser

Wirkung setzt nach 3 Stunden ein, der volle Effekt nach 8 Stunden.

** Propylenglykol-Rezept:

  • 3 Teile Franzbranntwein (entspricht 70% Isopropyl-Alkohol und 30% Wasser)
  • 1 Teil Propylenglykol (aus der Apotheke)
  • Optional: 1 Teil Aloe Vera Gel pur

Zweimal täglich mit einem Wattebausch auftragen. Brennt etwas, aber wirkt schnell.

*** Essigsaure borhaltige Spülung:

ACHTUNG! Zuerst einen Arzt konsultieren!
Dies sind nur meine persönlichen Erfahrungen, und keinesfalls ein medizinischer Rat. Borsäure kann gefährlich sein, lies den Waschzettel für Vorsichtsmaßnahmen. Nicht benutzen bei offener Haut oder möglicher Schwangerschaft.

Die Herstellung:

2 oz. (entspricht ca. 59 ml) Wasser in eine Tasse schütten, ½ Teelöffel Borsäure zugeben. Die Borsäure löst sich auf, wenn man die Tasse kurz in die Mikrowelle gibt, bis das Wasser kocht. Ich lasse es abkühlen, und gebe dann 2 oz. (59 ml) Essig dazu. Apfelessig hat einen angenehmeren Geruch als Tafelessig, und Reisessig riecht am wenigsten.

Ich bekomme 4 oz. (118 ml) einer 2%igen essigsauren Säure plus 2% Borsäure-Lösung. Für eine Verringerung oder Vergrößerung der Menge würde ich proportional vorgehen, aber es scheint nicht so zu sein, dass exakte Verhältnisse entscheidend sind.

Ich gebe es nur auf gesunde, nicht offene Haut. Ich würde es auf keinen Fall benutzen bei einer Schwangerschaft.

Ich lasse es zunächst erst einmal etwa 5 Minuten auf der Haut, und wasche es dann ab. Ich mache das einmal täglich eine ganze Woche lang, und höre dann auf. Ich finde das ausreichend. Basierend auf den angeblichen Eigenschaften sollte der Effekt spätestens dann auftreten und nach dem Aufhören noch einige Tage weiter wirken.

Wenn Du die Spülung hilfreich findest, und Dein Arzt damit einverstanden ist, lass Dich noch mal beraten von Deinem Arzt, wie oft Du das Mittel benutzen darfst.

Und nochmal: ACHTUNG! Zuerst einen Arzt konsultieren!
Dies sind nur meine persönlichen Erfahrungen, und keinesfalls ein medizinischer Rat. Borsäure kann gefährlich sein, lies den Waschzettel für Vorsichtsmaßnahmen. Nicht benutzen bei offener Haut oder möglicher Schwangerschaft.

 

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