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Trichotillomanie - Einführung
Trichotillomanie, das zwanghafte Haareausreißen, ist eine mittlerweile nicht mehr seltene
Krankheit. Informationen zu der Krankheit gibt es noch nicht
sehr lang, früher
galt diese Störung als rar, wohl, weil die Medien jetzt erst
angefangen habe, darüber zu berichten. Auf der Suche nach
einem Arzt, der diese Krankheit kennt, kann man schon manchmal
verzweifeln, selbst Medizinern ist diese Krankheit nicht immer
bekannt.
Vor allem in Amerika kann man viele Informationen zum Thema Trich
finden, hierzulande ist es noch schwer, Informationsmaterial darüber
zu bekommen, aber die Tendenz ist zum Glück steigend.
Schätzungen besagen, daß allein in Amerika 5-8 Millionen
Menschen, vorwiegend Frauen, an der Krankheit leiden, aber die
Dunkelziffer liegt wahrscheinlich höher. Vor allem Männer
haben meist Angst, zugeben zu müssen, dass sie eine solche
Krankheit haben, die sie als unbeherrscht und verrückt dastehen
lässt. Die Angst, abgestempelt zu werden, ist nicht unbegründet,
denn zu wenige Menschen wissen davon.
Dabei ist Trichotillomanie eine ernstzunehmende Krankheit, obwohl
fälschlicherweise oft angenommen wird, es handle sich bei
Trich um einen nervösen Tick, eine schlechte Angewohnheit,
die man sich nur abgewöhnen müsste. Selten erkennen dabei
die Angehörigen der Betroffenen, daß es Gründe
dafür gibt, warum sich dieser Mensch seine Haare ausreißen
MUSS. Mit Ratio ist es für einen nicht betroffenen Menschen
nicht nachzuvollziehen, warum man das Verlangen hat, sich seine
schönen Haare auszureißen, wie könnte man das auch.
Es steckt eben mehr dahinter als eine Fummelei mit den Haaren.
Die Pubertät ist häufig der Startpunkt der Trichotillomanie.
Es gibt auch Berichte von Kleinkindern ab 2 Jahren, die sich schon
die Haare ausreißen und genauso Berichte von Erwachsenen,
die erst später damit anfangen. Häufiger Grund dafür
ist ein traumatisches Erlebnis, der Tod einer geliebten Person
etwa oder eine besonders stressige Zeit. Meist werden bestimmte
Stellen bevorzugt, es werden Kopfhaare, Wimpern, Augenbrauen, nicht
selten allerdings auch Schamhaare gezupft.
Das Wissen um die kahlen Stellen bedeutet einen enormen Stress,
denn man wird versuchen, auf jeden Fall die kahlen Stellen zu vertuschen.
Das passiert mit Kopfbedeckungen wie Kopftuch, Hut oder Perücke
oder mit speziellen Frisuren, wobei natürlich sehr viel Zeit
beim Ausprobieren der verschiedenen Frisuren draufgeht. Aufgrund
dessen kommt es oft zu sozialer Isolation, da man keine Zeit mehr
für Kontakte aufbringen kann. Die Gedanken kreisen nur noch
um die Haare. Der dabei entstehende Stress eröffnet den Teufelskreis.
Die Behandlungsmöglichkeiten erstrecken sich über verschiedene
Möglichkeiten, davon sind die gängisten die Psychotherapie,
die medikamentöse Therapie und die Verhaltenstherapie, wobei
sich Verhaltens- und Psychoanalytiker oft über die Wirksamkeiten
der Methoden streiten. So setzen Psychoanalytiker in ihrer Therapie
auf Gespräche, die sich auf die frühe Kindheit beziehen,
während Verhaltenstherapeuten versuchen werden, das Verhalten,
also die Symptome zu bekämpfen. Dass sich die Verhaltenstherapie
vermeintlich nur mit den Symptomen beschäftigt, stellt den
eigentlichen Streitpunkt unter den Therapeuten dar. Mittlerweile
gibt es nicht nur Psychoanalyse oder Verhaltenstherapie, sondern
auch unter den Verhaltenstherapeuten haben sich verschiedene Arten
von Verhaltenstherapie herauskristallisiert.
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