Freitag, den 19. August 2011 um 17:58 Uhr

Bedingungslose Selbstakzeptanz und Trichotillomanie

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Für die Mehrzahl der Betroffenen ist Trichotillomanie eine Störung, die von Scham, stillem Leiden, innerer Trauer und Isolation geprägt ist. Es ist eine Sache, sein Haar durch irgendwelche äußeren Umstände zu verlieren, die man nicht beeinflussen kann, wie z.B. Alopezie (eine Störung, die Haarausfall verursacht), normale Glatzenbildung oder Chemotherapie. Dies sind alles zweifelsohne sehr unangenehme Geschehnisse, aber der Grund für den Haarausfall ist für alle, die den Betroffenen kennen, leicht nachzuvollziehen; der Haarausfall wird hier nicht als die Schuld des Betroffenen wahrgenommen. Die Person selbst kann auch keinen Grund für eine Schuldzuweisung bei sich selbst finden. Es ist allerdings etwas völlig anderes, zugeben zu müssen, dass man seine Haare verloren hat, weil man sie sich alle selbst herausgerupft hat.

Es scheint völlig unverständlich zu sein für die Betroffenen genauso wie für alle Außenstehenden, dass eine Person, die ansonsten völlig intelligent und sympathisch und normal in der Gesellschaft zu funktionieren scheint, so wenig Kontrolle über ein so simples Verhalten zeigen kann. Das Ergebnis einer solchen Situation ist die, dass Betroffene von Trichotillomanie denken, sie seien schwach und irgendwie defekte menschliche Wesen, und selbst schuld an ihrem Verhalten. Für andere bedeutet dies oft, dass sie es als die eigene Schuld desjenigen sehen. Es gibt anscheinend weniger Mitleid für jemanden, der diese Schwierigkeiten über sich selbst gebracht hat, egal wie diese Schwierigkeiten aussehen.

Es ist einfach zu sehen, wieso so viele Trich-Betroffenen sich stigmatisiert fühlen durch ihre Störung. Mit stigmatisiert meine ich das Gefühl, als würde man mit einem öffentlichen Schandmal herumlaufen. Das Wort Stigma kommt vom Altgriechischen und bedeutet ein Mal, das durch ein spitzes Instrument oder ein Brenneisen verursacht wurde. In der Antike wurde dieses Schandmal durch das Aufschneiden der Haut gemacht, oder indem man den Betroffenen mit einem Brenneisen ein Zeichen auf die Haut gebrannt hat. Es war ein Zeichen der Schande und wurde dazu genutzt, Sklaven, Ausgestoßene und Kriminelle zu unterscheiden. Unglücklicherweise gibt es immer noch das Stigma, ein Patient zu sein, insbesondere bei psychologischen Problemen. Menschen in dieser Lage werden als unfähig angesehen, mit ihrem Leben klarzukommen, und als "reparaturbedürftig". Dieses Gefühl, Schuld zu tragen, kann wiederum dazu führen, dass man sich weniger wert fühlt, weil man anders ist auf eine negative Weise. Viele laufen durch die Welt mit dem Gefühl, dass etwas ganz grundlegend mit ihnen nicht in Ordnung ist. Es gibt viele Menschen mit TTM, die sich schon ihr ganzes Leben lang minderwertig, abnormal und defekt gefühlt haben, als ob sie eine Art Ausgestoßene seien. Viele laufen durch die Welt mit dem Gefühl, dass etwas ganz grundlegend mit ihnen nicht in Ordnung ist. Es gibt viele Menschen mit TTM, die sich schon ihr ganzes Leben lang minderwertig, abnormal und defekt gefühlt haben, als ob sie eine Art Ausgestoßene seien. Ich kann sie schon nicht mehr zählen, die Patienten, die von sich selbst als "Spinner", "Psychopathen", "Freaks" oder "Irre" sprechen. Sie haben sich entweder selbst so abgestempelt, oder wurden von anderen darin bestärkt, sich so zu nennen, von ihren ignoranten, fehlgeleiteten, oder grausamen Familienmitgliedern, Bekannten oder sogar Fremden. Ich kenne viele Fälle, in denen Betroffene wie Kinder bestraft, bedroht oder schwer kritisiert wurden für ihre Unfähigkeit, mit dem Reißen aufzuhören, oder sie wurden in der Schule von Mitschülern gemobbt.

Es gibt sehr viele Erwachsene, die Familien-, Schul-, soziale und Arbeitssituationen meiden, weil sie sich vor den Reaktionen der anderen fürchten. Es ist nicht ungewöhnlich, dass viele der Betroffenen sich Ausreden ausdenken, wie z.B. dass sie Alopezie hätten, Allergien, hormonelle Störungen, Stoffwechselstörungen, oder sogar Chemotherapie wegen Krebs. Für jene von Euch, die an sehr schwerem Haareausreißen leiden, und die in einem andauernden Zustand von Glatzenbildung oder ohne Augenbrauen und Wimpern, oder die ein geheimes Leben führen müssen, in dem sie Perücken, Makeup, Hüte, Bandanas, spezielle Frisuren benutzen müssen, ist es schwer sich vorzustellen, dass man so nicht stigmatisiert sein könnte.

Trichotillomanie verkörpert nicht nur für viele das Gefühl, dass man Kontrolle über sich selbst verloren hat in einer sehr wichtigen und sichtbaren Weise, sondern auch das Gefühl, dass man deswegen an Attraktivität eingebüßt hat. Dies trifft gleichermaßen auf Frauen wie auf Männer zu. Betroffene beider Geschlechter sehen sich ständig dem Ideal von Schönheit und Attraktivität ausgesetzt in Form von Supermodels oder SchauspielerInnen. Darüber hinaus hat sich die Messlatte für Schönheitsideale in den letzten Jahren immer weiter erhöht, so dass es immer schwieriger wird, dieses Ideal überhaupt jemals zu erreichen. Es gibt eine gigantische Industrie, die nur dafür existiert, Produkte zu verkaufen, um sein Aussehen zu verbessern, und Menschen werden ständig mit Werbung bombardiert, die ihnen Unsicherheit über ihr eigenes Aussehen beibringt. Mittels solcher Botschaften wird einem suggeriert, dass man sich eigentlich selbst "neu bauen" müsste, um das Schönheitsideal zu erreichen.

Einer der schlimmsten Aspekte der Stigmatisierung ist der, dass es Betroffene dazu bringen kann, sich überhaupt nicht erst um eine Therapie oder Behandlung zu kümmern. Sie fühlen sich nicht würdig, gesund zu werden oder sagen sich selbst, dass jemand, der so verrückt, schwach und wertlos ist, sowieso niemals gesund werden kann, also warum sich kümmern? Es gibt ein hervorragendes Buch namens "Shame and Guilt (Emotions and Social Behavior)"(dt. "Schande/Scham und Schuld"), das einen großen Teil der Forschung zu diesen beiden Themen aufführt. In diesem Buch argumentieren die Autoren, dass das Empfinden von Schande eine Emotion der Selbstbeschuldigung ist, die eine völlig negative Selbsteinschätzung beinhaltet. Es ist außerdem eine Emotion, die viel mit Verlegenheit zu tun hat, mit einer starken Tendenz zum Sich-Verstecken oder Flüchten. Das wird natürlich verschlimmert, wenn es etwas Physisches gibt, das man tatsächlich verstecken muss. Die Autoren berichten, dass wiederholte Erlebnisse von Schande und Scham immer weiter das Selbstbild einer Person aushöhlen können. Umgekehrt zitieren sie Forschungsergebnisse, die zeigen, dass es eine Verbindung zwischen der Tendenz zum Schande-Empfinden und einem schlechten Selbstbild gibt.

Die Forschung hat Verbindungen zwischen Scham und Depression aufgezeigt. Ich hatte zwei Patienten, die wegen Gefühlen der Schande und Verlegenheit aufgrund ihres Aussehens Job- und Schulgelegenheiten gemieden hatten, aber auch Chancen für Partnerschaften, und sogar Familienevents wie Hochzeiten. Ich hatte auch schon Patienten, die ihr Haareausreißen vor ihrem Lebenspartner verschwiegen und versteckt hatten, schon ihr ganzes verheiratetes Leben lang, manchmal Jahrzehnte. Sie hatten ihre Haare im Verborgenen gerichtet, und wurden nur intim mit ihrem Lebenspartner bei verschlossenen Türen und im Dunkeln, die Haare so frisiert, dass die kahlen Stellen nicht sichtbar waren. Sie gingen nie schwimmen, fuhren nie Cabrio, gingen nie zum Friseur, fuhren keine Achterbahn, gingen nicht raus an windigen Tagen, oder nahmen an irgendwelchen anderen Aktivitäten teil, wo man kahle Stellen hätte bemerken können oder wo das Geheimnis hätte auffliegen können, das sie als so beschämend empfanden.

Ich glaube, der wichtigste erste Schritt, um die TTM anzugehen ist der, sich die eigenen Gefühle wegen Trich und sich selbst einzugestehen. Bei der Behandlung von Betroffenen setze ich immer zuerst auf diesen Schritt, noch vor allen anderen Schritten in der Therapie, weil ich herausgefunden habe, dass man die Motivation für die Heilung nicht wirklich finden kann, wenn man noch gar nicht weiß, was man zu der eigenen Situation mit der Trich eigentlich denkt und fühlt. Ich habe Christina Pearson, die Gründerin des Trichotillomania Learning Centers, schon sagen hören, "Die Heilung vom Reißen ist ein Nebeneffekt des richtigen Denkens." "Die Heilung vom Reißen ist ein Nebeneffekt des richtigen Denkens." Darin liegt sehr viel Wahrheit. Es gibt zahlreiche Betroffene, die nicht nur das Reißen nicht mögen, sie mögen sich selbst nicht!

TTM ist nicht so einfach zu verstecken wie andere Zwangsspektrumsstörungen. Es ist kein so verstecktes Problem an sich. Eine Glatze zu haben, oder viele kahle Stellen auf dem Kopf, den Wimpern oder den Augenbrauen kann eine ziemlich öffentliche Darstellung sein. Zusätzlich ist es nicht gerade einfach, zu verbergen, dass man sich das selbst angetan hat. Aus diesem Grund  glaube ich, dass Betroffene der Trichotillomanie als Gruppe sehr viel stärker unter einer Stigmatisierung leiden als andere Störungen. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass die Gefühle der Betroffenen, Scham und Verlegenheit und ihr schlechtes Selbstbild sehr oft mehr einer Behandlung bedürfen als das Haareausreißen selbst.

Viele mit Trichotillomanie werden öfter sagen "Ich habe ein niedriges Selbstbewusstsein." Das ist schon fast ein Mantra. Über die Jahre habe ich gelernt, dass etwas ganz grundlegend falsch ist am Konzept des Selbstbewusstseins. Tatsächlich kann es sogar zu noch mehr schlechten Gefühlen und Stigmatisierung führen, und jeder Trich-Betroffene, der emotionales Wohlbefinden erreichen möchte, wird der Versuchung widerstehen lernen, sich selbst zu hoch zu schätzen.

Wenn wir die Bedeutung von Selbstbewusstsein oder Selbstwert, wie es manche nennen, näher in Augenschein nehmen, wird klar, dass es auf irgendetwas basieren muss. Es scheint, dass man nach diesem Denken nicht einfach sich selbst einen gewissen Wert geben kann ohne handfesten Grund. Das bedeutet: Um sich selbst gut zu fühlen, muss man sich erst einmal alles Gute und Positive als Mensch an sich selbst anschauen, im Gegensatz zum Fokussieren allein aufs Negative. Das würde bedeuten, dass Selbstbewusstsein etwas Bedingtes ist, und dass es nur existieren kann, wenn eine Person glaubt, etwas ganz Tolles persönlich erreicht zu haben oder dass sie ganz bestimmte positive Charakterzüge hat. Das sieht zwar oberflächlich ok aus, ist aber eine ziemlich faule Idee auf einer tieferen Ebene. Zuerst einmal fühlen diejenigen, die sich ihre Haare ausreißen oder auch Menschen mit anderen Störungen, eben nicht, dass es etwas Positives an ihnen gibt, was Leistungen oder Charakterzüge angeht. Sie leben vielleicht ihr Leben ohne größere soziale Kontakte, hassen ihr Äußeres, und können ihrer Arbeit nicht mehr richtig nachgehen etc. Zweitens, und das ist sogar wichtiger, ist Selbstbewusstsein oder Selbstwertschätzung eine Sache des Sich-Selbst-Bewertens, und dieses Konzept ermuntert einen, wenn man etwas Gutes getan hat oder bestimmte Dinge gut kann, sich selbst als wertvoll zu empfinden. Es macht keinen Unterschied, wie man sich selbst einschätzt. Die Idee, sich selbst zu bewerten, ist sowohl nutzlos als auch unlogisch. Die Idee, sich selbst zu bewerten, ist sowohl nutzlos als auch unlogisch. Das ist der Punkt, an dem einen das Konzept des Selbst-Bewusstseins im Stich lässt. Menschen sind zu komplex, als dass man sie einfach bewerten könnte. Jedes Individuum ist aus zahlreichen Charakterzügen aufgebaut, und der Gedanke, irgendeinen bestimmten davon auszuwählen und als aussagekräftig zu behandeln wie z.B. das Haareausreißen, um sich selbst als gut oder schlecht zu bewerten, ist eine völlig absurde Idee.

Ein weiteres Problem mit dem Konzept des Selbstbewusstseins ist, dass es nicht permanent ist. Wenn man nicht gerade etwas phänomenal Weltveränderndes erreicht hat, gibt es relativ wenige Leistungen, wegen denen man sich ein ganzes Leben lang wertvoll fühlen wird. Das Gefühl des Stolzes, das mit dem Erreichen bestimmter Dinge einsetzt, nimmt entweder mit der Zeit einfach ab, weil man von anderen, die besser sind, überholt wird, oder weil die Öffentlichkeit das Interesse verliert. Wenn man also an Selbstbewusstsein glaubt, wird man Zeit seines Lebens damit konfrontiert sein, immer weiter dieses Gefühl zu verfolgen, und wird nie damit zufrieden sein, was man erreicht hat. Gute Beispiele liefern Sportstars, berühmte Politiker oder Entertainer, die aus dem Ruhestand wiederkehren, um zu versuchen, die alten Erfolge wiederaufleben zu lassen, um ihr Ego zu füttern.

Eine andere Seite davon ist, wenn man eine erfolgreiche Person mit vielen Errungenschaften ist, dass man irgendwann immer einen Fehler machen wird, an etwas scheitern wird, eine Wahl verliert, eine Saison nicht gewinnt, schlechte Noten bekommt, oder man den Job an jemand anders abgeben muss. Wenn man sich selbst hoch einschätzt, oder schlimmer, besser als andere aufgrund der eigenen Leistungen, wird man nicht mehr unterscheiden können zwischen sich selbst und den Dingen, die man tut. In den eigenen Augen ist es so: wenn Deine Leistungen gut sind, bist Du gut. Unglücklicherweise hat das Ganze eine Kehrseite: wenn Deine Leistungen nicht gut sind, heißt das nicht mehr, dass nur Dein Verhalten irgendwie unangemessen oder falsch war, sondern dass Du selbst schlecht oder ein Versager bist. Das kann nur zu Depressionen und emotionalen Störungen führen. Das aber ist der Preis, den man für das Verfolgen von Selbstbewusstsein zahlen muss.

Wenn Du unbedingt etwas an Dir bewerten willst, dann bewerte das einzige, das man bewerten kann: Dein eigenes Verhalten. Wenn Du unbedingt etwas an Dir bewerten willst, dann bewerte das einzige, das man bewerten kann: Dein eigenes Verhalten. Wenn Du Trichotillomanie hast, und dich aufgrund dessen als schlecht oder defekt bewertest, wird das Resultat wahrscheinlich sein, dass Du depressiv wirst und Dich selbst hasst. Wer sich selbst anstatt seines Verhaltens bewertet, wird merken, dass dies nur zu Hoffnungslosigkeit führen wird. Wenn Du Dich wegen Trich negativ beurteilst, gibst Du Deinem gesamten Selbst eine Abwertung, und das impliziert, dass Du schlecht bist in Deiner Gesamtheit als Mensch. Wie kann man also dann diese völlig überwältigende Aufgabe, sich selbst völlig zu verändern, überhaupt in Angriff nehmen? Wenn Du dabei bleibst, Dein Verhalten zu beurteilen, und daher dem Haareausreißen eine Abwertung gibst, dann wirst Du logischerweise dieses Verhalten ändern wollen. Das wirkt schonmal viel einfacher, als sein ganzes Selbst verändern zu müssen.

Es gibt Trichotillomanie-Betroffene, die einfach ihr Ding durchziehen und durch die Welt gehen und ihre Ziele verfolgen, egal ob sie Haare haben oder nicht. Wir sollten sie nicht ignorieren. Wir können etwas von ihnen lernen. Die Lektion ist, dass wenn eine Person aufhört, sich darüber zu grämen, wenn sie Haare ausgerissen hat, oder dass sie nicht gut genug aussieht und deswegen wertlos ist, dann ist sie wahrlich frei. Es wird dann klar, dass Selbstwertschätzung Dich niemals zu dem Ziel der Heilung bringen wird, und dass die einzig logische Methode das Verfolgen von bedingungsloser Selbstakzeptanz ist.

Ich erzähle meinen Patienten gerne, wenn wir in einer Gesellschaft leben würden, in denen es normal wäre, sich den Kopf zu rasieren, und alle Haare kosmetisch entfernen zu lassen, würden sie nicht mal in therapeutische Behandlung kommen.Was bedeutet dies? Es bedeutet, sich selbst ohne Verurteilung anzunehmen, unkritisch, nur so wie man ist, ohne, dass man irgendetwas oder irgendjemand Besonderes sein muss. Es bedeutet, sich selbst als etwas Einzigartiges zu sehen, als unperfekt, komplex, und vollkommenes menschliches Wesen, das Du bist. Wenn Trich Teil von Dir ist, dann muss es auch akzeptiert werden. Ja, Trich kann und muss akzeptiert werden. TTM ist eine chronische, biologisch-fundierte und nicht psychologische Störung [Anm. der Red.: dies ist die vorherrschende Meinung amerikanischer Forscher]. Es hat nichts mit Intelligenz oder Erziehung zu tun. Du hast nicht um Trich gebeten, und Du hast es nicht verursacht. Es ist nicht Deine Schuld! Lange Zeit wusstest Du vielleicht nicht mal, was es war, was Du da tatest, oder dass es einen Namen hatte. Trich zu haben heißt nicht, dass Du verrückt bist oder defekt, oder irgendeine Art Monstrum. Es bedeutet keine Schwäche oder Versagen auf moralischer Ebene. Es passiert nicht Menschen, die irgendwie schwächer als andere sind oder die weniger Recht haben auf ein gutes Leben. Du bist mehr als die Summe der Haare auf Deinem Körper! Wenn andere in der Gesellschaft Dich danach beurteilen, dann liegt das an ihrer Ignoranz und Insensibilität, und hat nichts mit Dir zu tun.

Egal was passiert, Du kannst niemals als ein defekter Mensch angesehen werden, nur weil Du Dir Haare ausreißt. Trich ist, auf eine gewisse Art, zum größten Teil ein Problem, weil die Gesellschaft Haaren einen großen Wert zuspricht, um attraktiv zu sein. Ich erzähle meinen Patienten gerne, wenn wir in einer Gesellschaft leben würden, in denen es normal wäre, sich den Kopf zu rasieren, und alle Haare kosmetisch entfernen zu lassen, würden sie nicht mal in therapeutische Behandlung kommen.

Also wie solltest Du Dich selbst sehen? Besser als Patty Perkins-Doyle, Geschäftsführerin der Obsessive-Compulsive Foundation, kann ich es nicht ausdrücken. Ich hörte sie einmal sich selbst vorstellen als "Ich bin eine Person, die zufällig auch Zwangsstörungen hat."

Ich schlage vor, dass Du von nun an über Dich selbst sagst, "Ich bin eine Person, die zufällig auch Trich hat."

Ein Artikel von Fred Penzel, Ph.D., Übersetzung mit freundlicher Genehmigung des Autors

Fred Penzel, Ph.D. ist ein lizensierter Psychologe, der sich seit 1982 für die Behandlung von TTM, Zwängen und verwandten Störungen einsetzt. Er ist Geschäftsführer der Western Suffolk Psychological Services in Huntington, New York, und schreibt regelmäßig für die TLC-Zeitschrift In Touch. Er sitzt im wissenschaftlichen Beirat des Trichotillomania Learning Centers und der Obsessive-Compulsive Foundation. Sie erreichen ihn per Email unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

Mehr von Fred Penzel Ph.D. können Sie in seinem Buch Obsessive-Compulsive Disorders: A Complete Guide to Getting Well and Staying Well erfahren.

Englische Bücher über Trichotillomanie

Zuletzt geändert am: Sonntag, den 21. August 2011 um 17:11 Uhr

1 Kommentar

  • Kommentar Link Steph Mittwoch, den 24. August 2011 um 10:50 Uhr Gepostet von Steph

    Was haltet Ihr von diesem Artikel? Was für eine Rolle spielt Selbstakzeptanz und Selbstliebe in Eurem Leben?

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